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ED Exklusiv: Servus-Umwälzungen

Entscheidende Umstrukturierungen im Red Bull Medienhaus und bei Servus-TV haben starke Folgewirkungen.
© pixabay.com / Chronomarchie

Von Christian W. Mucha.

Das, was im Red Bull Medienhaus und bei Servus-TV gerade passiert, mag Medienbeobachter erstaunen. Und Mateschitz-Kenner überraschen. Denn der Red-Bull-Mogul, der sich den Luxus eines (defizitären) Medienhauses leistet, gilt Land auf, Land ab, als sparsam. Als Finanzgenie. Als hochkreativer Strukturierer. Als Kosten-Minimierer. Als Einnahmen-Maximierer. Doch irgendwie gab es da in seinem Medienhaus einen Machtkampf. Und der scheint seit kurzem entschieden. Da gibt es einige Proponenten, die sich zwar leise und elegant aber nachhaltig und intensiv miteinander matchten. Auf der einen Seite die Servus-Partie mit Ferry Wegscheider, dem Programmverantwortlichen, der mit seinem wöchentlichen, konservativen „Der Wegscheider“-Auftritt die Gemüter erhitzt und die meist diskutierte, wertekonservative Kolumne des heimischen Medienmarktes bringt. Und an seiner Seite Harald Maier, der vormalige ORF-Manager, der seit fünf Jahren das Kaufmännische leitet.

Mateschitz gibt Zentralvermarktung auf

Den Beiden war etwas ein Dorn im Auge, was vor einigen Jahren auf Mateschitz‘ Wunsch über die Bühne ging: Eine Zentralvermarktung der Gruppe mit Servus-TV einerseits und dem Red Bull Medienhaus auf der anderen Seite. Dort arbeiten etwa 1.100 Mitarbeiter (der Club der toten Dichter – ungezählte prominente Journalisten, die dort ihre Versorgung, ihr Zuhause, ihre Super-Gage gefunden haben). Dietmar Otti begann vor zwei Jahren das umzusetzen, was man gemeinhin als Gesamtvermarktung bezeichnet. Digital, Print, TV in Deutschland, Österreich und der Schweiz (und bei Red Bulletin kamen noch England, Frankreich, Mexiko und die USA dazu) sollten von einem Global Head of Media gemeinsam vermarktet und marketingmäßig geleitet werden. Da Dietmar Otti dieser Aufgabe nicht vollständig gewachsen war, stieß ab Mai 2018 der von der Mediaprint nicht gerade freundlich geschiedene Kronenzeitungs-Vermarkter Gerhard Riedler dazu. Der Dichand-Intimus, der über Spesenabrechnungen gestolpert war und in Wahrheit eine entscheidend geopferte Figur im Schachspiel zwischen der Funke-Gruppe und den Dichands war, schien d i e Top-Besetzung zu sein. Wobei sich der Kriegsschauplatz ja jetzt auf die Dichands und Benko verlagert hat.

Dieser Gerhard Riedler, ein genialer Verhandler und für die Dichands immens wichtig, hatte bei seinem Abgang von der Krone ein halbes Dutzend Optionen als einer der genialsten Werbeverkäufer Österreichs zur Auswahl. Und hatte sich für den legendären Didi Mateschitz entschieden. Ab Mai 2018 werkte Riedler mit rund 60 Mitarbeitern, die einen Werbeumsatz von rund 40 Millionen Euro erwirtschaften. Wenn das stimmt, was der umtriebige ExtraDienst-Informant uns erzählt. Auf‘s Komma genau wird es wohl nicht sein, aber die Dimension mag stimmen. Denn der, der uns all das erzählt hat, befindet sich zwar im engeren Kreis der Entscheider – ihm liegt das Wohl des Unternehmens sehr am Herzen – aber agiert nicht ganz oben. Und weiß zwar einiges, aber nicht alles. Und Gerhard Riedler? Den erreichen wir nicht. Er beschränkt sich auf eine lapidare SMS-Antwort auf unsere Frage, ob er die Gruppe verlassen will. Auf unsere Recherche, ob das Auflösen des zentralen Einkaufs mit Anfang Juni, den Fall der Servus-TV Entscheidungen an Harald Maier, und damit eine massive Verkaufs-Umstrukturierung mit seinem Abgang etwas zu tun hätte, antwortete er erst gar nicht. Teilt nur lapidar mit, dass er eine sehr großzügige Ausstiegsregelung habe und dass er wohl mit Jahresende nicht mehr für das Red Bull Medienhaus oder die Servus-TV-Gruppe tätig sein wird.

Jetzt ist beim Red Bull Medienhaus wieder jeder auf sich alleine gestellt

Unser Informant gibt sich da weniger zugeknöpft. Es sei eine Schande, dass man, um Harald Maiers Macht wiederherzustellen, die zentrale Vermarktung zerschlagen habe. Das sei eine große Chance für eine zeitgemäße Verkaufsstruktur mit den Möglichkeiten von crossmedialem Verkauf gewesen. Die nun vertan sei. Gar nicht so, wie man das einem Mateschitz zutrauen würde.

Alle Entscheidungen gehen wieder zum Sender zurück

Und dass Gerhard Riedler das Weite suche, weil er in dieser Auseinandersetzung den Kürzeren gezogen hat, könne er auch verstehen. Und überdies munkelt man, dass Riedler sich nie so richtig in Salzburg und in Wien bei seiner Pendlertätigkeit wohl gefühlt habe. Ob Riedler dagegen angekämpft hätte um die zentrale Vermarktung behalten zu können? Unser Informant trocken: „Es gibt im Haus ein Gerücht, das Riedler und Mateschitz über dieses Thema niemals gesprochen haben. Weil Riedler offensichtlich diesbezüglich zum großen Red-Bull-Zampano gar nicht vorgedrungen ist…“

Weitere Details zu diesem extrem spannenden Thema demnächst auf dieser Web-Adresse.

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