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E-Sport-Wetten als Werbe-Falle

Fast die Hälfte aller User, die auf E-Gaming-Wettanzeigen reagieren, sind unter 16 Jahre alt.

Über ein Viertel der britischen Nutzer, die in sozialen Medien auf Werbeanzeigen für nicht lizenzierte E-Sport-Wetten reagieren, sind unter 16 Jahre alt. Wenn man die Interaktionsquote von Minderjährigen auf globaler Ebene betrachtet, ergibt sich sogar ein Wert von 45 Prozent. Zu dem Ergebnis kommt ein Bericht der University of Bristol, die über 888.000 Twitter-Meldungen aus dem Jahr 2018, die mit Glücksspiel in Verbindung stehen, unter die Lupe genommen hat.

Besorgniserregender Trend

„Wir waren wirklich überrascht, wie hoch die Zahl von Kindern und Jugendlichen ist, die auf solche Anzeigen reagieren“, erklärt Agnes Nairn, Professorin und Co-Autorin des Berichts vom Department of Management der University of Bristol. Wenn dieser besorgniserregenden Entwicklung nicht mit strikten Maßnahmen begegnet wird, werde diese Zahl wohl noch weiter ansteigen.

Werbung auf Kids ausgerichtet

„Ein Großteil dieser Anzeigen ist speziell auf Kinder ausgerichtet, mit dem Resultat, das tausende von ihnen darauf reagieren“, betont Co-Autor Josh Smith vom Centre for the Analysis of Social Media and Biddable Youth (CASM). Dabei würden die Wettanbieter regelmäßig auch gegen geltende Werberichtlinien für Online-Glücksspiele verstoßen. „Wir hoffen, dass unser Bericht als Weckruf gesehen wird – sowohl für die Technologiefirmen als auch für die Regulierungsbehörden – damit es künftig leichter wird, unserer Jugend klarzumachen, auf was sie sich hier einlässt“, so der CASM-Experte.

Verstoß gegen Werberegeln

Dem vorgelegten Bericht zufolge entsprechen 74 Prozent der im Analysezeitraum erfassten Anzeigen für E-Sport-Wetten auf Twitter nicht den aktuell gültigen Werberegeln Großbritanniens. Zum Beispiel wird darin oft Glücksspiel als lukrative zusätzliche Einkommensquelle dargestellt. „Auch das Zeigen einer Person, die unter 25 Jahre alt ist, ist in einer Glücksspielwerbung verboten. Weil die meisten E-Sport-Profis aber in diese Altersgruppe fallen, werden die Regeln immer wieder unterlaufen“, kritisieren die Autoren.

Ein Problem sei auch, dass Eltern und Lehrern meistens gar nicht bewusst ist, dass es in sozialen Medien nur so von Werbung für Glücksspielwetten wimmelt. „Kinder können oft sogar Wetten abschließen, ohne Zugang zu einem Bankkonto zu haben“, schildern die Forscher. Um das zu verhindern, müsste die behördliche Prüfung solcher Angebote verschärft und der Einsatz von Altersverifizierungs-Tools ausgeweitet werden, so ihre Forderung.

Pressetext/Red

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