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Michael Wendler steigt bei DSDS aus

Der Sänger war der Neue in der Jury um Dieter Bohlen – jetzt sorgt er mit Vorwürfen gegen das Verhalten von Regierung und Medien in der Coronakrise für Aufsehen.
© TVNow / Stefan Gregorowius

Michael Wendler

Schlagersänger Michael Wendler sorgt mit seinem angekündigten Ausstieg als Juror bei der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ für Aufsehen – vor allem wegen seiner Begründung. Er gehe mit sofortiger Wirkung, sagte Wendler am Donnerstagabend (8.10.) in einer Instagram-Story. Dabei war Wendler gerade erst bei DSDS präsentiert worden (ExtraDienst berichtete).

Als Grund nannte der 48-Jährige das Vorgehen von Bundesregierung und Medien in der Corona-Pandemie. Seine Stellungnahme hatte umgehend Folgen: Ein Werbepartner distanzierte sich wenig später. Komiker Oliver Pocher präsentierte noch am Abend eine Sondersendung. In den sozialen Medien wird erregt diskutiert.

Corona-Verschwörungstheorien

RTL zeigte sich völlig überrascht von den Aussagen Wendlers – „sowohl zum Ausstieg aus ‚DSDS‘ als auch von seinen Verschwörungstheorien“, erklärte der Sender auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Davon distanzieren wir uns ausdrücklich.“

In seiner Instagram-Story, die 24 Stunden abrufbar ist, begründet Wendler seinen Entschluss in einer offenbar vorgelesenen Stellungnahme. Er werfe der Bundesregierung in der Coronakrise „grobe und schwere Verstöße gegen die Verfassung und das Grundgesetz vor“, erklärte er. Weiter beschuldigte er die Fernsehsender – darunter RTL – „gleichgeschaltet“ und „politisch gesteuert“ zu sein.

Für Wendler, bekannt für Hits wie „Sie liebt den DJ“ und „Egal“, sollte es die erste Staffel in der „DSDS“-Jury sein. Die Dreharbeiten hatten bereits begonnen, die neuen Folgen sollen ab Jänner ausgestrahlt werden. Auch Jury-Chef Dieter Bohlen äußerte sich via Instagram zu den Aussagen Wendlers: Alle seien schuld, nur ausnahmsweise er nicht, scherzte Bohlen.

Kaufland-Werbespot: Kaufhaus-Kette distanziert sich

Wendler selbst war erst am Donnerstagmorgen in die Schlagzeilen gelangt – wegen eines Werbespots für die Kaufhaus-Kette Kaufland. In dem Clip, der auf die sozialen Medien abzielte, singt der 48-Jährige eine umgedichtete Version seines Liedes „Egal“ – „Regal“.

Die Supermarktkette reagierte am Abend prompt auf die Aussagen des Schlagersängers. „Bei unserem Video mit Michael Wendler ging es um Spaß & Ironie. Die Grenze ist jedoch erreicht, wenn mit der Sicherheit & Gesundheit von Menschen gespielt wird“, hieß es auf dem Twitteraccount von Kaufland. „Daher haben wir den ganzen Wendler-Content gelöscht & distanzieren uns von seinen Aussagen.“ Dazu verwendete Kaufland den Hashtag: „#nichtegal“.

Wie es nun weitergeht, war unklar: Bisher waren Wendler und seine 30 Jahre jüngere Frau Laura dem TV-Publikum vor allem aus der eigenen Doku-Soap bekannt. Auch bei „DSDS“ ist nun wieder ein Jury-Platz frei – neben Bohlen, Popsänger Mike Singer und Maite Kelly. Schon im vergangenen Jahr war einer der Plätze unerwartet frei geworden: Sänger Xavier Naidoo sah sich nach politischen Textzeilen in einem Video heftigen Rassismus-Vorwürfen ausgesetzte – und verlor seinen Job bei RTL

 

APA/Red

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