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Drohendes Werbeverbot

Noch vor der EU soll in Österreich Werbung für Lebensmittel mit hohem Fett- beziehungsweise Zuckeranteil verboten werden.
© Iuliia Metkalova

Wenn es nach der Nationalen Ernährungskommission geht, soll schon Ende Mai ein sogenanntes Nährwertprofil beschlossen werden, das Werbung für Lebensmittel mit hohem Fett-, Zucker- oder Salzgehalt verbietet. Im Klartext heißt das, dass weder Bio-Heumilch, Käse, Fruchtsäfte oder Marmeladen beworben werden dürften. Den österreichischen Medien, die durch die Corona-Krise ohnehin herbe Rückschläge hinnehmen mussten, droht der Verlust eines Werbevolumens von rund 200 Millionen Euro. Auch für heimische Produzenten sind in weiterer Folge Einbußen zu befürchten, wenn sie nicht wie internationale Konzerne auf Low-Fat/Low-Sugar-Kunstprodukte setzen.

In der Medienbranche herrscht Unverständnis darüber, dass Österreich einen nationalen Alleingang starten will, denn in der EU wird ohnehin an einer europaweiten Richtlinie gearbeitet, die frühestens 2022 in Kraft treten soll. Dem Vernehmen nach sind die in Österreich geplanten Maßnahmen deutlich strenger als jene, die von der EU zu erwarten sind.

Das vorgelegte österreichische Nährwertprofil legt Maßstäbe an, die sogar die strengen Kriterien des Modells der Weltgesundheitsorganisation (WHO) überbieten. Dabei funktionieren freiwillige Beschränkungen der heimischen Medien tadellos. Einem entsprechenden Verhaltenskodex zufolge verpflichtet sich die Branche zur Einhaltung konkreter Richtlinien bei der Bewerbung von Lebensmitteln mit hohem Fett-, Zucker- oder Salzgehalt gegenüber Kindern in audiovisuellen Medien inklusiver diverser digitaler Kanäle. Seit 2017 bestand lediglich in zwei Beschwerdefällen zu Lebensmittelwerbung ein Zusammenhang mit Kindern.

25. 5. 2021 / gab
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