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„Drachen der Armut“

Journalismuspreis „von unten“ 2020 vergeben
© Pixabay

Im Wiener Presseclub Concordia wurde Anfang der Woche zum elften Mal der Journalismuspreis „von unten“ vergeben. Dabei wurden die Beiträge von einer Jury, bestehend aus Menschen mit Armutserfahrungen, ausgewählt und bewertet. Die Armutskonferenz schreibt seit 2010 den Preis aus, der „tiefgründige und respektvolle Armutsberichterstattung“ prämiert.

Fernsehen

Den Hauptpreis in der Kategorie „Fernsehen“ erhielt Rosa Lyon. Ihre ORF-ZIB1-Beiträge über „Lockdown- Homeschooling“ und „Familienhärtefonds- Alleinerziehende“ konnte die Jury überzeugen und wurde von ihr gewürdigt, da die Beiträge die Protagonisten und ihre Lebensverhältnisse darstellen, ohne sie zu beschämen. Platz zwei ging an Sonja Hockecker und Christoph Bendas für ihren Beitrag über den Kampf von Heimatopfern für Gerechtigkeit. Dabei fand die Jury am Werk der beiden am beeindruckendsten, wie es ihnen gelingt zu vermitteln, dass traumatisierenden Erfahrungen in der Kindheit ein Leben lang Folgen haben können. 

Online

Michaela Ambos erhält die Auszeichnung in der Kategorie „Online“ für ihre Reportage „Mit diesem Einkommen bist du bereits armutsgefährdet“, welche auf woman.at veröffentlicht wurde. Dabei bewertete die Jury Ambos Beitrag als schonungslos offenes aber immer respektvoll geführtes Interview. Der zweite Preis ging an Claudia Unterweger. Ihr Beitrag „Sexarbeiter*innen kämpfen im Lockdown ums Überleben“ auf der Website von Radio FM4, wurde von der Jury ausgezeichnet, da er gut recherchiert und informativ sei. Er zeige die Schwachstellen der staatlichen Unterstützung auf und verweist aber auch auf das Hilfsangebot und Vereine, an die sich Betroffene wenden können.

Print

In der Kategorie „Print“ ging der Preis an Rike Uhlenkamp und Sascha Montag. Ihr Artikel „Länger als neun Monate blieb keiner hier“ über das VinziDorf- Hospiz erschien in der Wienerin. Die Jury begründet ihre Entscheidung darin, dass Uhlenkamp auf eindrucksvolle Weise beschreibt, wie einfühlsam sich Betreuer auf Augenhöhe um die Menschen kümmern. Montag gibt für sie dem Artikel mit seinen Bildern, welche eine eindringliche Bildsprache besitzen, einen würdigen Rahmen. Der zweite Preis ging an Martina Madner für den Artikel in der Wiener Zeitung „Trauer und Wir sind nichts für mich“. In diesem Artikel führt die Autorin ein Interview auf Augenhöhe, so das Urteil der Jury. Madner gelinge es aufzuzeigen, dass Bildung nicht vor Armut schützt und als Folge von Armut die physische und psychische Gesundheit gefährdet ist.

Radio

In der Kategorie „Radio“ wurde Maria Harmer für ihre Sendereihe „Zuhause bleiben? Obdachlosigkeit in Corona- Zeiten“ im Ö1 Journal Panorama ausgezeichnet. Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass die Beiträge von Harmer es gelingen würde, bei Zuhörern Bilder im Kopf zu erzeugen ohne die von Obdachlosigkeit Betroffenen zu beschämen. Auf dem zweiten Platz sind Karl Schönswetter, Fiona Steinert und Vina Yun mit ihrer Sendereihe „Arbeiten ohne Papiere- gegen Ausbeutung, für gleiche Rechte“ auf Radio Orange. Die Jury betonte dabei, dass ihre Beträge gründlich recherchiert seien und nicht nur für Migranten nützlich sind, sondern für alle, die mit Schwarzarbeit zu tun haben.

Weiteres von der Shortlist

Lobend erwähnt wurden auch Steffen Arora für sein Beitrag „Kampf gegen die Armen, nicht gegen die Armut“ im Der Standard. Sowie Saskia Wolfesberger für „Wenn 400 Euro zum Leben bleiben“ in News. Und Irene Meinitzer mit „Kinderrechte“ im Radio Helsinki. 

 

 

PA/ Red.

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