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Digitalmedien für die Zukunft stärken

Während die Hilfsmaßnahmen der österreichischen Bundesregierung in erster Linie Printmedien zugutekommen, werden Digitalmedien kaum berücksichtigt.
© iab austria/Christoph Breneis

Markus Fallenböck, Vorstand und Leiter der Arbeitsgruppe Public Affairs im iab austria, setzt sich für ein durchdachtes Fördersystem ein

Österreichische Digitalmedien haben sich seit Einführung der Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie als Rückgrat der Information erwiesen. Die Zugriffe sind bei vielen der österreichischen Publisherportale um 300 bis 400 Prozent gewachsen. Die rot-weiß-roten Portale haben die User mit geprüften Inhalten und aufrichtigem Journalismus durch die herausfordernde Zeit begleitet. Soziale Medien gerieten aufgrund von Fake News mehrfach in die Kritik der Vereinten Nationen, der Europäischen Kommission und der österreichischen Bundesregierung.
Während die Hilfsmaßnahmen der österreichischen Bundesregierung in erster Linie Printmedien zugutekommen, werden Digitalmedien kaum berücksichtigt, obwohl sich die Nutzung diametral entwickelt hat. In der Krisensituation haben sich Digitalmedien durch ihren kostenfreien Zugang und die Abrufbarkeit auf allen Devices als optimaler Kanal zur Masseninformation bewiesen, der mit hohen redaktionellen Standards arbeitet.
„Die letzten Monate haben die Mediennutzung fundamental verändert. Es wird zu einem bleibenden Effekt kommen. Eine intelligente Medienförderung sollte das neue Nutzungsverhalten zum Anlass nehmen, digitale Qualitätsinhalte zu fördern und damit den Medien- und Digitalstandort auszubauen“, empfiehlt Markus Fallenböck, Vorstand und Leiter der Arbeitsgruppe Public Affairs im iab austria.

Während die Privatsender jährlich mit rund 20 Millionen Euro gefördert werden, ist der Digitalisierungsfonds mit vergleichsweise knappen 500.000 Euro dotiert. Der nichtkommerzielle Rundfunk kann sich immerhin noch über drei Millionen Euro freuen. Printmedien kommen über neun Millionen Euro aus der öffentlichen Hand zu.

Journalistische Qualität als Förderkriterium

Nach der „Probe aufs Exempel“ empfiehlt das iab austria, die Förderung von Digitalmedien grundsätzlich zu überdenken und entsprechend zu dotieren. Insbesondere der Innovationsgrat sowie die journalistische Qualität sollen als ausschlaggebende Kriterien herangezogen werden, um in die Zukunft des Digitalstandorts zu investieren. Als positives Beispiel nennen die iab-austria-Experten die Wiener Medieninitiative. Sie vergibt 7,5 Millionen Euro durch eine Expertenjury anhand transparent messbarer Kriterien und fördert etwa Aus- und Weiterbildungen, Beratungskosten oder auch Reisekosten.
„Nach dem aktuellen Leistungsbeweis der Digitalmedien ist jetzt ein geeigneter Moment, um gemeinsam langfristige Strategien zu entwickeln und auf dem bestehenden Fundament aufzubauen. Die nächsten zukunftsorientierten Schritte werden den österreichischen Markt im internationalen Wettbewerb stärken und als wesentlichen Innovationstreiber positionieren“, meint Cosima Serban, Vizepräsidentin des iab austria.

Cosima Serban ©Contrastblack studio 1. Dezember 2021

Cosima Serban, Vizepräsidentin iab austria

Sinnvolle Hilfsmaßnahmen für die österreichische Digitalwirtschaft stellen sich nicht nur in monetärer Form dar. Auf regulatorischer Ebene kann die österreichische Bundesregierung wesentliche Weichen für bessere Rahmenbedingungen stellen, in denen sich die Digitalwirtschaft rascher entfalten kann. Eine erste Möglichkeit für spürbare Verbesserung bietet die Evaluierung der EU-Datenschutzgrundverordnung. Die in Verhandlung befindliche ePrivacy-Verordnung weist nach wie vor massive Einschränkungen für die gesamte Digitalbranche auf. Die zahlreichen Widersprüche zur bestehenden Datenschutzgrundverordnung würden zu weiterer Verunsicherung führen und Werbegelder aus dem österreichischen Markt abziehen

 

PA/red

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