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Digitale Nachrichtennutzung steigt in Österreich

Das Radio überholt laut der Umfrage erstmals die gedruckte Zeitung.
© Pixabay

Nachrichten werden immer mehr online gelesen

Die digitale Nachrichtennutzung steigt in Österreich kontinuierlich an. Hauptnachrichtenquelle ist aber nach wie vor das Fernsehen, wie aus der Österreich-Auswertung des Reuters Digital News Reports hervorgeht, die am Dienstag (16.6.) in Wien präsentiert wurde. Gedruckte Zeitungen wurden erstmals von Radionachrichten überholt.

Basis der Studie ist eine Befragung von rund 2.000 Österreichern (Befragungszeitraum 16. Jänner bis 17. Februar 2020). Für die Auswertung und Analyse zeichnete ein Wissenschafter-Team der Universität Salzburg (Fachbereich Kommunikationswissenschaft) verantwortlich.

Sowohl bei der digitalen als auch bei der gemischten Nutzung gab es einen Anstieg: Mehr als die Hälfte der Befragten (51,2 Prozent gegenüber 49,3 Prozent 2019) gab an, sowohl Online- als auch Offline-Medien zu konsumieren. 22,1 Prozent (2019: 20,1 Prozent) nutzen hauptsächlich digitale Nachrichtenquellen, 26,6 Prozent (2019: 30,6 Prozent) ausschließlich traditionelle Medien. Vor allem Junge bevorzugen digitalen Content. 41 Prozent der 18- bis 24-Jährigen informieren sich hauptsächlich über diesen. „Traditionelle Quellen bleiben relevant, es gibt aber einen Trend zur digitalen Nutzung“, fasste Stefan Gadringer von der Universität Salzburg die Ergebnisse zusammen.

Im Vergleich zum Vorjahr lässt sich außerdem ein starker Anstieg bei der Radionutzung feststellen. Meist genutzte Nachrichtenquelle ist aber nach wie vor das Fernsehen (63,3 Prozent). Dahinter folgt das Radio (57,3 Prozent), das erstmals gedruckte Zeitungen (48,5 Prozent) überholt hat. Soziale Medien stehen mit 44,6 Prozent an vierter Stelle.

Soziale Medien

Für 36 Prozent der 18- bis 24-Jährigen gelten Soziale Medien als Hauptnachrichtenquelle. Über alle Altersgruppen hinweg sind es 11,3 Prozent – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr (10,5 Prozent), aber deutlich weniger als im internationalen Durchschnitt (20 Prozent). Die am häufigsten genutzten Social-Media-Dienste bei der Informationsbeschaffung sind Facebook (30,4 Prozent), WhatsApp (22,7 Prozent) und YouTube (20,8 Prozent).

Mehr als die Hälfte der Befragten (54,3 Prozent) spricht sich gegen politische Werbung auf Facebook, Google und Twitter aus. Bedenken über den Wahrheitsgehalt von Informationen aus dem Internet bestehen vor allem, wenn diese von politischen Akteuren stammen und über Social-Media-Plattformen gefunden werden.

Etwas Bewegung gab es bei der Bereitschaft, für Online-Inhalte zu zahlen. 10,6 Prozent (2019: 9,1 Prozent) der Befragten gaben an, im vergangenen Jahr für Online-Nachrichten bezahlt zu haben. Besonders unter den Jüngeren ist die Zahlungsbereitschaft gestiegen (18- bis 24-Jährige: 17,7 Prozent; 24- bis 35-Jährige: 14,9 Prozent). Vom internationalen Durchschnitt (16,4 Prozent) ist Österreich aber noch weit entfernt. Besonders stark gestiegen ist die Zahlungsbereitschaft etwa in den USA (auf 20 Prozent) oder in Norwegen (auf 42 Prozent). Für den internationalen Teil des Reuters Reports wurden weltweit 80.000 Personen online zu ihrer Nachrichtennutzung befragt.

APA/red

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