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Das Recht auf Vergessen hat Grenzen

 

Das Recht auf Vergessen stößt an seine Grenzen

 

1990 ging der Fall durch alle Medien. Der populäre bayrische Volksschauspieler Walter Sedlmyar war einem brutalen Mordanschlag zum Opfer gefallen. Die Täter waren schnell gefaßt und auch namentlich genannt. Dagegen laufen die beiden heute Sturm, zumal die betreffenden Artikel immer noch im Web eingesehen werden können. Ihre Beschwerde richtet sich vor allem gegen den Spiegel, das Deutschlandradio und die Zeitung Mannheimer Morgen. In deren Artikeln wurden nicht nur ihre Namen genannt, sondern auch ihre Bilder gezeigt. Vor deutschen Gerichten scheiterten sie mit ihrem Anliegen.

 

Nun erteilte ihnen auch der europäische Gerichtshof in Straßburg eine Absage. Einerseits bestehe an einem solchen Fall großes öffentliches Interesse. Es sei im Sinne der Pressefreiheit, dass Jorunalisten hier selbst entscheiden könnten, welche Details sie veröffentlichten. Es gebe außerdem keinen Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Berichte. Zudem seien die Artikel mittlerweile hinter Paywalls verborgen oder nur Abonnenten zugänglich. Vorbei ist der Fall damit allerdings noch nicht. Drei Monate bleiben für eine etwaige Berufung.

Bildcredit: pixabay