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Die Gewinner des Österreichischen Umweltjournalismus-Preis 2022

Schirmherrin Leonore Gewessler und Bundespräsident Alexander Van der Bellen würdigen die Bedeutung des Umweltjournalismus
Greenbrands/APA-Fotoservice/Juha

Gestern wurde in Wien der Österreichische Umweltjournalismus-Preis 2022 verliehen. Auf dem Foto: Die Preisträgerinnen und Preisträger mit dem Jury-Vorsitzenden Prof. Fred Turnheim, Internationales Institut für Medien (rechts), Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Schirmherrin des Preises (2. von rechts) und Norbert Lux (links), Gründer der GREEN BRANDS Organisation, die den Preis seit 2019 verleiht.

Bereits zum vierten Mal wurde der Österreichische Umweltjournalismus-Preis in Wien verliehen. Die Auszeichnung würdigt herausragende Medienbeiträge rund um Umwelt- und Natur(schutz)themen in Österreich. Eingereicht wurden 120 Beiträge zu vier Kategorien. Den Vorsitz der Jury übernahm Professor Fred Turnheim vom Internationalen Institut für Medien. Die Preisträger wurden im Rahmen der „GREEN BRANDS Austria“-Gala in feierlichem Rahmen im Palais Niederösterreich in Wien gekürt.

Schirmherrin des Österreichischen Journalismus-Preises ist Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, die in ihrer Rede die Arbeit der engagierten, unabhängigen und integren Jury lobte, die mit hochkarätigen Expertinnen und Experten besetzt sei. Zur Jury gehörten: Mag. Dr. Amelie Cserer (FH Burgenland), Christian Cummins (ORF), Mag.a. Eva Gänsdorfer (GLOBAL 2000), Dr. Friedrich Hinterberger (cooppa.at), Doris Holler-Bruckner (oekonews.at), Em.O.Univ.Prof. Dr.phil. Helga Kromp-Kolb (BOKU), Michael Lohmeyer (Die Presse), Werner Müllner (APA), Stefan Nimmervoll (Blick ins Land), Roswitha Reisinger (Lebensart), Rainer Schultheis (ORF), Nana Siebert (DER STANDARD), Prof. Fred Turnheim (Internationales Institut für Medien) und Ing. Norbert Welzl (Österreichischer Journalist*innen Club).

Auch betonte sie die Rolle des Umweltjournalismus in bewegten Zeiten wie diesen: „Gerade der Umweltjournalismus ist kein stiller Beobachter an der Seitenlinie, sondern er hilft uns, die Krise verständlich und begreifbar zu machen. Er ermächtigt Menschen in unserem Land, sich in die Entscheidungen über die Zukunft einzubringen, sich einzumischen, mitzumischen, sich eine Meinung zu bilden, mitzureden und vielleicht auch genauer hinzuschauen und die Fähigkeit zu entwickeln, Schattierungen zu sehen und nicht nur Schwarz-Weiß.“

Zudem gratulierte sie den Nominierten und spornte sie an, ihren Weg weiter so motiviert und unermüdlich zu beschreiten: „Ich weiß, es steckt viel Arbeit dahinter, viel Herzblut, um dieses schwierige Thema greifbar und verständlich aufzuarbeiten. Ich möchte mich dafür bei Ihnen bedanken, und das ganz bewusst nicht nur als Ministerin, sondern als Staatsbürgerin dieser Republik. Denn unabhängiger Journalismus und damit auch unabhängiger Klima- und Umweltjournalismus ist immer eine Grundbedingung für eine funktionierende Demokratie.“

Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen meldete sich zu Wort und betonte in seiner Video-Botschaft, dass es gerade in herausfordernden Zeiten wie den aktuellen darauf ankomme, das Thema Klimaschutz nicht aus den Augen zu verlieren: „Denn erst die laufende Berichterstattung in den Medien erzeugt die wichtige Resonanz des Themas in der Bevölkerung. Und nur eine fundierte und besonnene Berichterstattung schafft Vertrauen und ermöglicht eine eigenständige Meinungsbildung.“ Darüber hinaus merkte er an, dass Österreich im Umweltjournalismus über eine Vielfalt an engagierten und kompetenten Journalistinnen und Journalistin verfüge. „Das haben nicht zuletzt der Österreichische Umweltjournalismus und seine Einreichungen beeindruckend gezeigt“, so der Bundespräsident. Auch dankte er der Umweltinitiative des ORF, Mutter Erde, die den Preis 2017 ins Leben gerufen hat sowie der GREEN BRANDS Organisation, die ihn seit 2018 weiterträgt. „Allen Nominierten gratuliere ich und besonders herzlich den ausgezeichneten Journalistinnen und Journalisten. Bitte machen Sie weiter so, denn unsere Zukunft braucht ihren Einsatz.“

Die von der GREEN BRANDS Organisation mit insgesamt 4.000 Euro dotierten Preis wurden in vier Kategorien verliehen. Die Preisträger des Österreichischen Umweltjournalismus-Preis 2022 sind – mit Begründungen der Jury:

Kategorie Digitale Medien

Videoserie „Erklärt!. Klima“ von Verena Mischitz

Diese Serie umfasst zwar „nur“ Videos und ist daher nicht Cross Media. Trotzdem hat sich die Jury entschlossen, diese Arbeit auszuzeichnen. Klar und sehr stark strukturiert sowie abwechslungsreich aufbereitet werden von Experten-Statements bis hin zu tollen Scribble-Grafiken verschiedene Darstellungsformen verwendet, um in vergleichsweise kurzen Episoden wesentliche Umweltthemen darzustellen. Besonders die guten Recherchen und Präsentationen haben die Jury beeindruckt.

Kategorie PRINT

Kostbarer Dreck – von Laura Anninger – DATUM

„Kostbarer Dreck“ greift ein Thema auf, das für die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Energie essenziell ist, aber buchstäblich „unter der Oberfläche“ liegt. Der Autorin gelingt es, ein komplexes Thema so aufzubereiten, dass die wissenschaftlichen Zusammenhänge leicht verständlich und spannend zu lesen sind. Diese Sensibilisierung der Gesellschaft ist dringend notwendig, um mehr Problembewusstsein für Vorgänge direkt vor der eigenen Haustüre zu schaffen. Spannend zu lesen, greifbare Persönlichkeiten, komplexe Wissenschaft – alles leicht zu verdauen. Eine fundiert recherchierte und exzellent geschriebene Geschichte.

Kategorie RADIO

FM4 Klimanews – ORF

Die Sendereihe „FM4 Klima-News“ – schon allein wegen der Sendezeit „5 vor 12“ exzellent im Radioprogramm verankert – hat absoluten Vorzeigecharakter. In der Hörfunk-Sendereihe wird dem Thema Klima jener Platz zugewiesen, den es in der Medienlandschaft dringend benötigt. Die Klima-News bringen nationale und internationale Nachrichten sowie nicht nur negative, sondern auch positive Berichte. Damit informiert die Sendereihe nicht nur, sondern inspiriert die Hörer:innen der Klimakrise aktiv zu begegnen.

Kategorie TV

Sendereihe „KLIMAHELDiNNEN“ – ProSieben Sat.1 PULS4 Gruppe

Es ist bemerkenswert, dass eine solche Sendereihe ohne jeglichen „Boulevard“-Aspekt in einem Privat-Fernsehen nicht nur „ausprobiert“ wird, sondern sich sehr rasch etablieren konnte. Die einzelnen Beiträge sind oft frech und damit sehr prägnant und pfiffig gestaltet. Hier wurde im nicht öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine sehr moderne, gut recherchierte Sendereihe geschaffen, die sich an ein junges Publikum richtet. Diese neue Darstellungsform und die langfristige Arbeit der Gestalter:innen haben die Jury stark beeindruckt.

 

 

PA/ Red.

 

 

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