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Die Fülle der Auswahl als Chance für „Skip“

Konsumenten mit „Skip“ eine optimale Vorauswahl zu ermöglichen, könnte der Initialfunken für die Wiederauferstehung des beliebten Kinomagazins sein.
© Josef Hruby

Josef Hruby ist traurig darüber, „Skip“ nach 37 Jahren vorerst einstellen zu müssen

Die Young Skip Media GmbH – sie gab das in Kinos aufliegende Magazin „Skip“ heraus – ist Geschichte. Die Firma ist bereits geschlossen und eine Sanierung wird laut Eigentümer Josef Hruby nicht angestrebt. Als Grund für die Pleite sind in erster Linie natürlich die wegen des Coronavirus geschlossene Kinos anzusehen.
Wegen des „Kino-Stopps“ ergaben sich darüber hinaus Umsatzrückgänge sowie ein nahezu kompletter Entfall der Einnahmen aus Anzeigen. Hruby: „Die Werbewirtschaft hat ihre Budgets nahezu gegen Null gefahren und so mussten wir schweren Herzens nach 37 Jahren aufgeben.“  Einen weiteren Grund sieht Hruby in der Tatsache, dass sich „Skip“ zu 40 Prozent aus Promotions finanziert hat. Unter anderem mit Gewinnspielen für Reisen nach Cannes, Venedig oder Berlin und den Oscar-Verleihungen. Alle diese Veranstaltungen scheinen auf längere Sicht undurchführbar.

Corona kam Neupositionierung zuvor

Faktum ist, dass man bereits im Vorfeld der Corona-Krise bestrebt war, sich thematisch umzustellen. Hruby: „Wir haben versucht, verstärkt über Streaming sowie TV zu berichten. Zudem sind wir ja langjähriger Partner der Bank Austria für die Jugend- und Studentenkonten-Inhaber. Dies hätte man ausweiten können auf die Zielgruppe bis 39, so hätten wir auch die Auflage halten können. Leider gab es hier keine Unterstützung der Werbeindustrie!“
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass den Kinobetreibern durch den Shutdown und den damit weggebrochenen Umsätzen die Chance genommen wurde, in moderne Technik zu investieren. So hätte eine 3D-Technik ohne Brille durchaus ein Anreiz für Filmfans sein können, wieder verstärkt in die Kinos zu kommen. Mit der Corona-Krise haben hingegen die Streaming-Dienste gewonnen. „Es schafft heute selbst der technisch Unversierteste, Netflix oder Amazon Prime auf sein TV-Gerät zu bekommen“, erläutert Hruby.
Und Hruby erwartet selbst nach dem Wiederöffnen einen holprigen Start der Lichtspieltheater. „Kino ist wie gemeinsam lachen oder weinen, das Social Distancing wird dem wohl einen Strich durch die Rechnung machen.“ Hinzu würde kommen, dass viele Premieren, wie etwa die des neuen James Bond, auf nächstes Jahr verschoben sind.
Ob es jemals wieder möglich sein wird, „Skip“ nochmals zu starten, stehe daher „noch völlig in den Sternen.“  Hruby: „Es wäre schade, eine 37 Jahre lang am Markt befindliche Marke endgültig sterben zu lassen, aber es muss sich eben auch auf den kleinen österreichischen Markt rechnen. Dies bedeutet, dass die Filmschaffenden in Österreich künftig auch viel internationaler denken müssen!“ Denn die Wertschöpfungskette wird heute von den großen Filmherstellern geschlossen. Sie bestimmen, wann wo was gespielt wird. Der Großhandel ist damit komplett weggefallen.
Eine Chance sieht Hruby in der damit einhergehenden Unüberschaubarkeit des Angebots: „Wenn man dem Konsumenten mit „Skip“ eine optimale Vorauswahl des umfangreichen Angebots aus Kino, Streaming , Download oder TV ermöglicht, könnte dies der Initialfunken für eine Wiederauferstehung des beliebten Magazins sein.“

 

 

red

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