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Deepfake? Kein Fake: Start-up will Gesichter kaufen

Künstliche Intelligenz (KI) baut den "Basischarakter" aus Aufnahmen verkaufswilliger Menschen, die dann für Werbung eingesetzt werden
©pixabay

Interessenten können ihr Gesicht als „digitale Kopie“ an das Start-Up verkaufen.

Von unterhaltsamen Videos wie „Deepfake Tom Cruise“ bis hin zu Politikerauftritten, die es so eigentlich nie gegeben hat: Die digitale Reproduktion realer Gesichter in Bildern und Videos hat einerseits großes Potenzial als kreatives Werkzeug –  birgt aber auch beachtliche Risiken. Genau zwischen diesen Bereichen bewegt sich „Hour One“ aus Tel Aviv. Das Start-Up wittert großes Potential für Werbung und Marketing und sucht nach Menschen, die bereit sind, ihr Gesicht für Werbe- und Marketingzwecke zu verkaufen. Interessenten können sich über ein eigenes Formular unter Angabe ihres Instagram-Kontos bewerben, wobei die Betreiber betonen, nicht nur auf der Suche nach „Model“-Gesichtern zu sein, sondern eine große ästhetische Bandbreite bieten zu wollen.

Videobaukasten mit Deepfake-Charakteren

Die Gesichter sollen anschließend vor einem Greenscreen in guter Qualität mit verschiedenen Emotionsausdrücken aufgenommen werden. Aus dem fertigen Material erstellt schließlich eine künstliche Intelligenz zu jeder Person beziehungsweise jedem Gesicht einen „Basischarakter“.

Eingesetzt werden diese dann für Videoclips, die sich zu verschiedenen Zwecken produzieren lassen. Reichend von Werbung über Immobilienpräsentationen bis hin zu Tutorials. Die gesprochenen Texte werden von einer KI-basierten Text-to-Speech-Engine geliefert, als deren Grundlage von professionellen Sprechern produzierte Aufnahmen fungieren.

„Hour One“ hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 40 Kunden für seine Deepfake-Idee gewinnen können. Zu diesen zählt auch die Sprachschule Berlitz, die die Dienste von Hour One nutzt, um Videokurse umzusetzen. Dort kann man nun wesentlich mehr Material für die eigenen Kunden produzieren, ohne ständig die gleichen Aufnahmen zu wiederholen, nur um neuen Text einzusprechen.

Offene Fragen

Es stellt sich allerdings die Frage, wie die aus dem Gesicht echter Menschen kreierten digitalen Charaktere abgesichert sind. Hier gibt sich Hour One erstaunlich vage. Jedes Video enthalte ein digitales Wasserzeichen, mit dem nachweisbar sei, dass es sich nicht um die Aufnahme der echten Person handle. Darüber hinaus erklärt man nur, dass man die Gesichtsdaten „mit höchster Sicherheit“ schütze.

RED/TP

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