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Debüt von Martin Traxl

ORF-Kulturchef als Opernregisseur
© Starpix/ Alexander TUMA

Für Martin Traxl ist die Operninszenierung heuer ein Debüt

Der ORF-Kulturchef Martin Traxl inszeniert beim heute beginnenden „Herbstgold“-Festival in Eisenstadt Joseph Haydns „Der Apotheker“ im Haydnsaal von Schloss Esterhazy und gibt damit sein Debüt als Opernregisseur. „Es ist nicht halb-szenisch. Es ist eine vollwertige Aufführung“, versichert Traxl, der derzeit 14-Stunden-Tage absolviert. „Die Arbeit hat etwas sehr Beglückendes und Erfüllendes, aber es ist echte Knochenarbeit.“

Neue Erfahrungen

Wie Traxl im Interview mit der APA verrät, sei sein temporärer Berufswechsel bei einem Gespräch mit dem Geiger und Festival-Leiter Julian Rachlin entstanden. Auf die Frage, wovon er immer schon geträumt habe, habe er gestanden, dass es schön wäre, einmal selbst eine Oper zu inszenieren. „Dann hat er gesagt: Mach’s bei mir! Das Stück war schon ausgewählt. Ich habe es mir angeschaut und gedacht: Warum eigentlich nicht? Es ist kompakt, es ist kurz, es ist für ein Greenhorn wie mich zu stemmen. Es ist ein wunderbares Stück, um sich auszuprobieren“, so der ORF- Kulturchef.

Seine langjährige Erfahrung als Gestalter von TV-Dokumentationen habe ihm dabei nur wenig geholfen: „Wie dort hat man verschiedene Gestaltungselemente, wie dort muss man das Team motivieren können. Ansonsten ist es ganz anderes, weil du ja entlang der Musik arbeiten musst und alles aus ihr und dem Text entwickeln musst. Die Musik ist große Stütze, aber auch ein Korsett.“ Dabei habe man für den Haydnsaal, welcher eigentlich ein Konzertsaal ist, „mit relativ bescheidenen Mitteln eine sehr gute und praktikable Lösung gefunden“, inklusive Verwandlung zwischen dem ersten und zweiten Akt.

Das Libretto von „Der Apotheker“

„Im Grunde geht es um eine komische Geschichte, in der drei Männer um eine Frau buhlen. Einer ist Apotheker, der ein Mündel hat. Als das Mädchen erwachsen wird, denkt er sich, er könnte es zur Frau nehmen. Dann gibt es einen eitlen Geck, der will sie auch haben und ist vollkommen überzeugt, dass sie zu ihm gehört. Der Dritte ist der Apothekergehilfe, der ist zwar ein Tölpel und Tollpatsch, aber den sucht sie sich aus. Eigentlich zieht sie die Fäden. Es ist ein Stück über eine starke junge Frau und die Tollpatschigkeit der Männer – mit einem Text, der durchaus anzüglich und frech ist, ganz im Stile der Commedia dell’Arte. Es ist schön, dass das Stück die Sorgen und Sehnsüchte der bürgerlichen Welt, der einfachen Menschen verhandelt“, fasst Traxl das Stück zusammen. „Das hoffe ich durchaus. Ich habe sogar eine zusätzliche Figur für einen Schauspieler erfunden: Thomas Kamper spielt Haydn persönlich. Wir müssen nämlich mit der Situation umgehen, dass der dritte Teil ein Fragment ist: Dafür habe ich mir etwas einfallen lassen, schließlich lautet das heurige Festival-Thema ja ‚Metamorphosen‘: Wir sind in einer Apotheke. Haydn kommt und erschafft erst die Figuren. Auch, was das Finale betrifft, hab‘ ich mir was einfallen lassen. Mein Anspruch ist schon, die Leute zu unterhalten. Und das Ensemble ist ganz toll!“ Einziger Wermutstropfen: Es gibt bloß eine einzige Aufführung. „Wir versuchen aber, weitere Partner zu finden, wo das Stück gezeigt werden kann. Und es besteht auch die Idee, die Aufführung filmisch zu dokumentieren.“

APA/ Red.

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