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Talente bitte melden: Mediaagenturen finden immer schwerer qualifiziertes Personal. Besonders im digitalen Bereich wird das Nachwuchs-Recruiting oft zum Marathon.

 

In den besten Zeiten waren sie stabile Job-Magneten. Zahlreiche Interessenten witterten einen Arbeitsplatz mit coolem Image und feiner Bezahlung, die Verantwortlichen konnten unter einer stattlichen Zahl an Kandidaten ihre Überflieger wählen. So mancher langgediente Routinier dürfte mit Wehmut zurückdenken – heute nämlich wirken die Vorzimmer diverser Personalchefs teilweise wie Bierkisten nach dem entscheidenden Ländermatch: reichlich leer. Mediaagenturen finden heute immer schwerer qualifiziertes Personal – speziell was den talentierten Nachwuchs betrifft.

Der rege Zuspruch von Bewerbern, vor Jahren noch eine Selbstverständlichkeit, ist offensichtlich passé – eine triste Situation für jene Branche, die Personalprobleme oder Nachwuchssorgen bloß als Fremdwörter kannte. Der Wind hat sich gedreht, wie in anderen Industrien ist der berühmt-berüchtigte „War for Talents“ angekommen. Entscheider rangeln mit Mühe um die rare Spezies der motivierten Hoffnungsträger. Plötzlich ist nicht mehr nur der Kampf um Kunden ein Thema. Die benötigten Personal-Maßnahmen sorgen in vielen Think Tanks gleichfalls für Überstunden.

Eine spezielle Baustelle bildet die Suche nach Strategen mit fundierten Kommunikations-Kenntnissen. Eine der möglichen Ursachen dieses mühsamen Recruitings liegt für Insider auf der Hand: Offenbar dürften gewisse Fertigkeiten in den Chefetagen aus dem Blickfeld geraten sein. Eine Reihe von Mediaagenturen, hauptsächlich globale Netzwerke, haben in den vergangenen Jahren keinen gesteigerten Wert mehr auf solche Expertise gelegt. Ihr Geschäftsmodell mit der engen Verzahnung von Effizienz und günstigen Einkaufskonditionen zeigte Wirkung – was mancherorts auf die Spitze getrieben wurde.

Aufgrund des Erfolges rückte die Pflege der strategischen Beratung und Planung zusehends in den Hintergrund. Angesichts eines harten Wettbewerbs plus schmalen Kundenbudgets beginnt sich jene Strategie zu rächen. Jetzt läuft eine fieberhafte Suche nach Profis, die mit allen Wassern gewaschen sind und den Markt bei Bedarf einer Tiefenanalyse unterziehen können – mit allen fachlichen Konsequenzen. Diese Fachkräfte werden stark umworben, mit Argumenten, Karriereperspektiven sowie Gehältern.

 

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Autor: Christian Prenger

Bildcredit: kebox – stock.adobe.com