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Roboter halten nun auch Einzug in die Redaktionsstuben. Sie schreiben über Wetter, Finanzen oder Sport. Dennoch müssen gut ausgebildete Redakteure nicht um ihren Arbeitsplatz fürchten. Im Gegenteil: Die technologische Revolution schafft neue Chancen für qualitativen Journalismus.

 

Seit fast vier Jahren hängt das Schreckgespenst „Roboterjournalismus“ wie ein Damoklesschwert über der Welt der Medien. Als im März 2014 in Los Angeles die Erde bebte, sorgte weniger die Naturkatastrophe für Aufsehen, als der Umstand, dass die Nachricht der darüber berichtenden Los Angeles Times von einem Programm namens Quakebot geschrieben wurde. Und zwar schneller, als es jemals ein menschlicher Redakteur zu Stande gebracht hätte. Der Redaktionsroboter war so programmiert, dass er auf einen Alarm des Erdbeben-Centers reagierte und die dabei gewonnenen Informationen in einen vorgefassten Text einfügte. Heute sind die Systeme bereits viel ausgeklügelter. Am Wahltag zum norwegischen Parlament schrieb ein Algorithmus-Programm eigenständig Nachrichten zu den Ergebnissen einzelner Wahlkreise.

Studien zeigen schon jetzt, dass die Texte von Robotern in mancher Hinsicht denen von Journalisten überlegen sind. Forscher der Universität München zeigten, dass der Leser computergenerierte Texte als glaubwürdiger empfand als die Artikel, die von Redakteuren verfasst wurden. Ein Grund dafür könnte sein, dass die automatisch generierten Texte voller Zahlen und Fakten sind und daher, so glauben die Wissenschaftler, mehr Vertrauen erwecken.

Falls es nach Google geht, steht die Entwicklung des Roboterjournalismus erst am Anfang. Der Internetriese will dazu beitragen, dass die Nachrichtenkonsumenten in Zukunft noch viel mehr Stories lesen, die von Robotern und nicht von menschlichen Journalisten geschrieben werden. Google vergab im Sommer dieses Jahres einen Entwicklungsauftrag an die britische Nachrichtenagentur Press Association (PA) im Wert von einer Million US-Dollar.

 

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Autor: Christian Sec

Bildcredit: phonlamaiphoto - stock.adobe.com