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Wachablöse am Musikmarkt

Der österreichische Musikmarkt verändert sich. Das digitale Angebot gewinnt, gerade bei der jüngeren Generation, zunehmend an Bedeutung. Künstler und Produzenten haben die Zeichen der Zeit erkannt.

Von Dominik Köhler

Im Jahr 2018 wurden, laut einer Studie des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft (ifpi), 153,3 Millionen Euro am heimischen Musikmarkt erwirtschaftet. Das entspricht einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nachdem im Jahr 2017, nach Jahren des Rückgangs, erstmals ein Wachstum vermeldet werden konnte, hielt dieser Trend im Jahr 2018 an. Der Markt ist vitaler denn je.

Eine historische Wende

Erstmals in der Geschichte des österreichischen Musikmarkts wurde mehr Umsatz mit Online-Musik als mit dem Verkauf physischer Tonträger erwirtschaftet. Mit CDs, Vinyl-Schallplatten und Musik-DVDs wurde 2018 ein Gesamtumsatz von 54,9 Millionen Euro gemacht. Das Digitalangebot mit Streams und Downloads kam auf 62,5 Millionen Euro. Mit einem Umsatzplus von 58,3 Prozent auf 51,6 Millionen Euro ist Streaming der größte Umsatzbringer des heimischen Musikmarkts 2018 gewesen.
Die Marschrichtung orientiert sich an modernen Technologien und Verbreitungskanälen. Besonders beliebt sind die Abo-Dienste von Spotify, Apple Music, Amazon unlimited oder Deezer. Diese tragen 47,2 Millionen Euro des Umsatzes aus dem Digitalmarkt bei. Die Generationen Y, X und Z wachsen mit dem Angebot von online konsumierbarer Musik auf. Verfügbarkeit und Portabilität sind Teile des Erfolgsrezepts des digitalen Angebots.

Gute Entwicklung des Markts

Die steigende Nachfrage nach Streamingdiensten und Musikdownloads ist richtungsweisend. Das zu befolgende Gebot der Stunde ist es, die Entwicklung zum Digitalen als Chance zu erkennen, was nicht als Bruch mit Altbewährtem abzutun ist. Thomas Böhm, Marketingleiter des Verbands österreichischer Musikwirtschaft (ifpi), ist sich der Verschiebung der Umsatzzahlen des Musikmarktes bewusst. Er erkennt darin eine positive Entwicklung.
„Es ist auf jeden Fall eine gute Nachricht, dass im nun mehrheitlich digitalen Umfeld ein Plus von 5,5 Prozent am gesamten Musikmarkt erzielt werden konnte. Das heißt, die Steigerungen beim Musik-Streaming können die Rückgänge bei den CD-Verkäufen mehr als kompensieren und sorgen insgesamt für ein Plus“, so Böhm. In Österreich besteht ein relativ stabiler Markt für physische Ware.
„CDs haben trotz reduzierter Flächen im Handel weiterhin ein treues Käufersegment aus sehr unterschiedlichen Musik-Genres. Österreich befindet sich beim Pro-Kopf-Umsatz sogar unter den Top 5 weltweit und selbst in absoluten Zahlen unter den Top 15. So bevorzugen etwa Schlager- und Volksmusik-Fans physische Tonträger. Und dieses Segment ist in Österreich sehr stark. In Österreich lieben eben sehr viele Menschen ihre CDs, und viele kaufen auch noch immer nur dieses eine Format. Dennoch ist klar, dass der digitale Musikkonsum weiterhin an Bedeutung gewinnen wird und der Anteil am Gesamtmarkt immer größer werden wird“, sagt Böhm. Die CD rangiert an zweiter Stelle der beliebtesten Musikformate der Österreicher. Mit 43,4 Millionen Euro Umsatz und 37 Prozent Marktanteil ist sie nach wie vor ein bedeutender Umsatzbringer. Als Zwischenglied zwischen Streamingdiensten und dem Trendprodukt Schallplatte verspricht die Rolle der CD am heimischen Musikmarkt auch in den kommenden Jahren spannend zu bleiben. Ein unbestrittener Vorteil von CD-Verkäufen gegenüber den digitalen Downloads ist die geregelte, faire Entlohnung von Musikern und Produzenten. Am Online-Markt herrscht in diesem Punkt noch Nachholbedarf.

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ExtraDienst / ed3 / 29.3.2019 

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