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Wahlentscheidungen werden oft erst wenige Tage vor der Wahl getroffen

Immer häufiger kommt es bei Wahlen zu falschen Prognosen. ExtraDienst sprach mit den wichtigsten Meinungsforschern des Landes über eine mögliche Krise ihrer Branche.

 

Hätten die Wahlprognosen der jüngsten Zeit zugetroffen, würde Großbritannien in der EU bleiben, Hillary Clinton wäre US-Präsidentin und Norbert Hofer nicht einmal bis zur ersten Stichwahl gekommen. Kein Wunder also, dass Meinungsforscher momentan häufig im Kreuzfeuer der Kritik stehen. Doch woran krankt die Branche? Sind es die Methoden oder ist das Wahlverhalten der Menschen unberechenbarer geworden? Eine Antwort darauf weiß Wolfgang Bachmayer: „Die Meinungsforscher wurden beim Brexit und der Trump-Wahl wegen falscher Vorhersagen heftig kritisiert. Dabei zeigen diese Fälle recht anschaulich, dass zuerst die Medien zu hinterfragen sind und weniger die Meinungsforscher. Mit einer derartig einseitigen Berichterstattung durch die Medien, unterstützt durch einen einstimmigen Chor der Eliten und Experten, ist es fast unmöglich, eine zutreffende Vorhersage auf Basis der Angaben der Befragten zu treffen“, ist der OGM-Chef überzeugt.

Für Helene Karmasin, Geschäftsführerin des „Karmasin Behavioural Insights“-Instituts ist das Wahlverhalten momentan tatsächlich schwieriger zu prognostizieren. Das liege daran, dass „die Anzahl der Personen, die lange unentschieden bleiben, zunimmt, ebenso die Anzahl derer, die nicht wissen, ob sie wirklich zur Wahl gehen wollen“, meint die Motivforscherin. Sobald die Wahl stattgefunden hat, seien aber sehr wohl genaue Ergebnisse möglich: „So haben wir bei unserem Exit Poll nach der Bundespräsidentenwahl das Ergebnis bis auf ein Prozent genau angegeben“, sagt Karmasin.

Dass Prognosen Wochen im Voraus schwieriger geworden sind, bestätigen auch die IFES-Geschäftsführer Reinhard Raml, Eva Zeglovits und Hermann Wasserbacher: „Wählerinnen und Wähler entscheiden oft erst sehr spät, etwa in den letzten Tagen vor der Wahl, ob sie wählen gehen und auch wen sie wählen. Die soziodemografischen Merkmale wie Geschlecht, Alter oder Erwerbsstatus beeinflussen heute die Wahlentscheidung weniger als früher.“

 

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Autor: Ute Fuith

Bildcredit: andibreit/pixabay