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Zu viele Falschinformationen machen hellhörig: Immer mehr Verbraucher finden auf der Wahrheits-Suche Journalismus nach dem Reinheitsgebot

Manche Begriffe dürften bei Medienmenschen rasch Unbehagen auslösen. Was keineswegs nur Sprachobjekte wie „Einsparung“, „Abgabetermin“ oder „Stellenabbau“ betrifft. Sondern auch einen Terminus, der als Verunsicherungs-Phantom fungiert: „Fake News“. Jene hinterlistigen Pseudo-Nachrichten aus Erfinderwerkstätten also, die mit treuherzigem Augenaufschlag als Wahrheit verkauft werden. Eine alternative Nutzungsmöglichkeit existiert ebenfalls: Sollte eine Headline gewissen Personen nicht in den Kram passen – der laute Hinweis auf Fake News sorgt verlässlich für ein gewisses Maß an öffentlicher Irritation.
Das fragwürdige Potenzial hinter dem Gespenst illustriert eine Analyse des Massachusetts Institute of Technology. Demnach verbreiten sich unwahre Nachrichten auf Twitter rascher als seriöse Meldungen. Die Wahrscheinlichkeit einer Weitergabe durch User, ob absichtlich oder nicht, liegt bei immerhin 70 Prozent. Die nachvollziehbare Begründung der Wissenschaftler: Spektakuläre News und Gerüchte kommen bei den Menschen eben sehr gut an.
Das Spielzeug der Spaßgesellschaft befeuert aber noch einen anderen Mechanismus, mit dem nicht alle automatisch gerechnet hätten: Es ist die Rückbesinnung auf Grundwerte der Berichterstattung, auf Vertrauen in Journalismus abseits gekünstelter Erregung und verzerrter Wirklichkeit. Aktuelle Zahlen von Teads klingen erstaunlich: Laut diesen Spezialisten für Outstream Video- und Displaywebung informieren sich 75 Prozent der Internetnutzer weltweit zu Nachrichten auf hochwertigen Quellen. Ausgelöst durch jene Fake News-Hysterie, die offensichtlich ziemlich nervt.
Teads beauftragte das Marktforschungsunternehmen Censuswide mit der Befragung von 16.000 Konsumenten, die aktiv Ereignisse rund um den Globus verfolgen. Das Ergebnis klingt nach einer verkehrten Welt, gemessen an der Aufregung der letzten Monate. Offensichtlich sind Täuscher und Illusionisten weniger erfolgreich, als bislang befürchtet. Denn jetzt profitieren Qualitätsmedien vom fragwürdigen Aufstieg der medialen Nebelwerfer-Aktionen.

Vertraute Medien

Generell sind die journalistischen Quellen zum wichtigen Thema avanciert. TV, Radio und Print verfügen über das meiste Vertrauen, protokollieren etwa vier von zehn deutschen Verbrauchern. 31 Prozent der Befragten nennen hier auch Online-Medien. Social Media rangiert mit nur 24 Prozent viel weiter hinten. Unter den 16- bis 24-Jährigen fühlen sich 38 Prozent bei Web-Plattformen gut aufgehoben. Bei sozialen Pendants sind es 26 Prozent.
Eine Studie der Europäischen Kommission untermauert ebenfalls den Stellenwert traditioneller Medien. Das meiste Vertrauen der Nutzer genießen demnach Radio, TV und Print. Das Alter spielt dabei gleichermaßen eine Rolle: 15- bis 24-Jährige glauben eher Online-Informationen als ältere Semester. Offenbar verfügen Digital Natives noch über zu geringe Erfahrung, was das Identifizieren von Wahrheit oder Unwahrheit betrifft. So manche Insider vertreten aber auch eine kulturpessimistische Ansicht: Häufig besteht bei dieser Gruppe gar keine Motivation zu solchen Klärungen.
Aber auch gewisse favorisierte Spielplätze der Youngsters erweisen sich in mancher Hinsicht als Problemzonen.  Ganz vorne in der Misstrauens-Skala wiederum liegt laut Teads das Mitmach-Internet. Dieses Votum beruht nicht zuletzt auf eindeutigen Betrachtungsweisen der digitalen Sphäre. Denn Social Media wird für 40 Prozent der User direkt mit dem Begriff Fake News verknüpft. 31 Prozent assoziieren Einflussreichtum und 25 Prozent verleihen das wenig schmeichelhafte Etikett der Sensationsgetriebenheit. Online-Kanäle besitzen die bessere Reputation und stehen mit Wissen, Genauigkeit und Einfluss in Zusammenhang.
Doch auch bei der Aufmerksamkeit ergeben sich klare Verhältnisse. Hier stehen im Nachbarland Print, Fernsehen sowie Online-Medien besonders hoch im Kurs. News im Hörfunk und auf Social Media werden immerhin von 40 Prozent intensiv wahrgenommen. Die Konsumenten beachten neben Nachrichten aber ebenfalls werbliche Aktivitäten von Unternehmen. 42 Prozent der Befragten registrieren regelmäßig Konsumbotschaften, die über den Bildschirm laufen. 25 Prozent nehmen Kampagnen im Printbereich und 27 Prozent bei Online-Publikationen wahr.

 

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Bildcredit: Adobe Stock