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Gestrandet in der Arbeitslosigkeit

Rekord: So viele Journalisten waren noch nie beim AMS gemeldet. Deren Zukunftsaussichten verdüstern sich immer mehr. Standbeine abseits der Branche werden immer wichtiger. Ein neues Projekt soll Gestrandeten helfen.

 

Es war ein regelrechter Kahlschlag, der die Branche in den letzten 12 Monaten heimsuchte. Da war zum einen der News Verlag, den Chef Horst Pirker noch immer auf Sanierungskurs steuert. Zwar rückte man vor Kurzem mit der einen oder anderen Jubelmeldung heraus, zuvor dünnte man aber das Personal aus. Doch nicht unerwartet, wusste man ja, dass der Magazintanker in unruhigen Wassern schlingert. Dazu gesellten sich allerdings immer mehr „Optimierungsmaßnahmen“ und schließlich auch Schließungen. Das WirtschaftsBlatt: Nach der xten Sanierungsmaßnahme fallengelassen. Geschlossen. Kurier und Standard: „Personalanpassungen“. SeitenBlicke Magazin: Vom Red Bull Verlag aufgegeben. Zumindest Chefredakteurin Daniela Schimke hat bei Österreich eine neue Heimat gefunden. Dort betreut sie den von der Mediengruppe übernommenen Titel weiter. Mal sehen, ob das erfolgreicher ist. Schließlich: ATV verkauft, 70 Mitarbeiter dürften ihren Job verlieren, vielleicht sind es auch ein paar weniger. Doch bereits zuvor wurden in der Nachrichtenredaktion Sparmaßnahmen gesetzt. Die Sport-Truppe gänzlich entfernt. Die Restmannschaft dürfte vorerst weitermachen können.

Und nicht zuletzt: NZZ.at. Dort betrifft es aber nach Auskunft des Verlages nur mehr fünf Personen, die ab September das Unternehmen verlassen müssen. Denn auch dieses überambitionierte Projekt zeichnete sich während seines Bestehens dadurch aus, die Mannschaft immer mehr verkleinert zu haben statt neue Kräfte zu holen.

Projekte, die diesen Aderlass auffangen, fehlen. Mateschitzs Wahrheits-Plattform und Personalaufstockungen etwa bei Heute sind da nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein.

Rund 300 Journalisten, so schätzt deren Gewerkschaftsboss Franz C. Bauer, dürften die Maßnahmen im letzten Jahr getroffen haben. Die finden sich nun in einer Situation wieder, über die sie zuvor bestenfalls schreibend sinnierten: Arbeitslosigkeit. Und die erleben die Betroffenen ganz unterschiedlich. Bei den einen wurden im Betrieb Sozialpläne ausgehandelt, die den ersten Schock deutlich abfedern. Die Jüngeren zeigen sich optimistischer, noch einmal ganz von vorne anfangen zu können. Die Älteren müssen erleben, dass auch für Journalisten das eherne Gesetz des österreichischen Arbeitsmarktes gilt: Über 50 ist man unattraktiv.

 

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Autor: Ulrich Bentz 

Bildcredit: lassedesignen/fotolia.de