Skip to content. | Skip to navigation

Auch Saturn Österreich setzt verstärkt auf den LP-Boom

CD, DVD und Blu-ray: Für die einen sind sie potenzielle Opfer der Digitalisierung, für andere ist das Ablaufdatum noch nicht erreicht. Die Hochblüte dürfte aber Geschichte sein.

 

Ende 2011 klingelten bei vielen Soundfreunden über Nacht alle Alarmsirenen. Der Auslöser stammte von Visions: Jenes populäre Musikmagazin berichtete über angebliche Geheimpläne der großen Tonträgerfirmen EMI, Warner, Universal und Sony, die Herstellung der CD bis spätestens Ende 2012 zu beenden. Neue Produktionen sollten dann nur mehr mittels Download erhältlich sein. Bis auf Alben von Superstars, die man angeblich als Spezialauflagen über Online-Malls wie Amazon an Kunden bringen wollte.

Die angesprochenen Unternehmen lieferten danach keine Bestätigung solcher Planspiele – aber auch keine wütenden Dementis. Fans der käuflichen Klangkultur sollten ohnehin nicht lange zur Ruhe kommen. Wenig später sorgten nämlich einige Marktforscher und Consulter für Unruhe in den CD-Communities. Diese Fachkräfte orteten 2014 als Ablaufdatum der Compact Disc. Drei Jahre später macht der Blick in die Regale von Ketten wie Saturn, Müller, MediaMarkt und Co. selbst verunsicherte Käufer sicher: Dieser Silberling weilt noch unter den Lebenden.

„Wären die Prognosen diverser Beratungsunternehmen eingetreten, gäbe es heute keine CDs mehr. Tatsache ist aber, dass dieses Medium nach wie vor das beliebteste und meistgekaufte Musikprodukt darstellt. Mit einem Anteil von über 50 Prozent fungiert dieser Tonträger als wichtiges Standbein des Marktes. Vor allem Klassik-Liebhaber mit Anspruch auf Klangqualität und Käufer von Schlager und Volksmusik sowie Fans etablierter Pop-Acts greifen auf die CD zurück“, weiß Thomas Böhm, Marketingleiter von Ifpi Austria, dem Verband der heimischen Musikwirtschaft.

 

Massiver Druck

Trotzdem entstehen Spekulationen über den wirtschaftlichen Gesundheitszustand der CD nicht völlig grundlos. Längst ist es kein Geheimnis mehr, dass dieses Medium massiv unter Druck geraten ist – verantwortlich ist primär die Digitalisierung. Das Musikgeschäft gehörte zu den ersten Branchen, die so richtig zu spüren bekamen, wie das Internet keinen Stein auf dem anderen lässt. Was anfangs von genügend kurzsichtigen und arroganten Managern höhnisch belächelt wurde, entpuppte sich bald als Revolution. Spätestens mit Apples iTunes war selbst chronischen Realitätsverweigerern klar, dass Online mehr bedeutet als bloß eine temporäre Spielwiese für Hipster.

 

Die vollständige Story lesen Sie in der aktuellen ED-Print-Ausgabe!

 

Autor: Christian Prenger

Bildcredit: Saturn Österreich