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Eine Kiste Bier hilft bedrohten Arten. Agenturen fertigen engagierte Kampagnen für Flüchtlinge, Schmetterlingskinder, Sicherheit auf Straßen, AIDS-Prävention, Blinde. ExtraDienst hörte sich bei Agenturen um, was bei Werbung für den guten Zweck besonders zu beachten ist und inwiefern sie sich von kommerzieller Werbung unterscheidet.

 

Man muss kein Vaterlandsverräter sein, wenn man statt der österreichischen Fußball-Bundesliga lieber die deutsche anschaut. Zumal man dort fast genauso viele österreichische Kicker am Werk sieht wie in der heimischen Meisterschaft. Wenn man naheliegenderweise die deutsche Bundesliga via ARD-Sportschau im Free-TV genießt, führt wiederum kein Weg an deren Sponsor Krombacher vorbei. Pünktlich am Ende jedes Werbeblocks wünscht die Brauerei aus dem nordrhein-westfälischen Bad Kreuzbach, in dem ein Stadtteil Krombach heißt, im ARD gute Unterhaltung mit der deutschen Bundesliga.

Letzten Sommer hat Krombacher besonders nachdrücklich auf sich aufmerksam gemacht: Der Bierbrauer engagierte sich für den Artenschutz. Ein Drittel der Tierarten in Deutschland sei gefährdet, ein Teil davon sogar vom Aussterben bedroht, schlug Krombacher auf seiner Website Alarm. Um dies zu verhindern und der Mopsfledermaus (vom Aussterben bedroht), dem Luchs (stark gefährdet), dem Stieglitz (gefährdet) oder dem Uhu (bedroht) Lebensraum zu verschaffen, rief das Unternehmen gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland, der Deutschen Umwelthilfe und dem WWF eine Initiative ins Leben: das Krombacher Artenschutz-Projekt. Jeder Konsument, der eine Kiste – oder bundesdeutsch: einen Kasten – Krombacher kaufe, erweitere den Lebensraum für Deutschlands bedrohte Tierarten. Das versprach die Werbung, die außer im TV auch via Großflächenplakate verbreitet und von einer groß angelegten Verlosungsaktion im Lebensmitteleinzelhandel sowie in Getränkeabholmärkten begleitet worden ist. Der Bierhersteller garantierte, bis 15.7. (nach einer dreimonatigen Laufzeit der Kampagne) 1,5 Millionen für den Artenschutz bereitzustellen. Er hat sein Ziel erwartungsgemäß erreicht bzw. übererfüllt: 1.862.165 Euro wurden generiert.

Österreich war leider vom Saufen für den guten Zweck ausgeschlossen – schon allein deswegen, weil es Krombacher hier kaum gibt und schon gar nicht kistenweise. An Gelegenheiten, Gutes zu tun und Werbung dafür zu machen, mangelt es natürlich auch hier nicht. Sie liegen buchstäblich vor der Haustür. Im Oktober 2015 rief der Mucha Verlag 21 Agenturen zur Kampagne „Gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit“ auf. Durchgesetzt hat sich der Entwurf von Czerny Plakolm. Den Claim „Heimat bist du großer Flüchtlinge und großartiger Mitmenschen“ verbildlichte die Agentur mit bekannten Österreichern wie Mirna Jukic, Paul Lendvai, Michael Niavarani oder Ivica Vastic, deren Wurzeln im Ausland liegen und die vor Krieg und Aufständen geflohen und der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Österreich gekommen sind oder bereits in zweiter oder dritter Generation hier leben.

 

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Autor: Bruno Jaschke

Bildcredit: Krombacher