Skip to content. | Skip to navigation

KRONEHIT-Chef und Privatsenderverbandspräsident Ernst Swoboda

Ö1 auf DAB+ würde digitales Radio forcieren und UKW-Frequenzen für Private frei machen. Mit Ideen wie dieser versucht Ernst Swoboda, KRONEHIT-Chef und Präsident des Privatsenderverbands, den Radiomarkt in Österreich voranzutreiben.

 

ED: Sie haben offiziell als VÖP (Verband Österreichischer Privatsender)-Präsident das DAB+-Zeitalter in Österreich eingeleitet. Welche Pläne hat KRONEHIT in dem Bereich?

Ernst Swoboda: Da muss man unterscheiden. Das eine ist die Verbandsposition. Hier gibt es Mitglieder, die durchaus berechtigtes nachvollziehbares Interesse daran haben, dass es einen weiteren Verbreitungsweg gibt. Etwa weil die von ihnen gewünschten UKW-Lizenzen nicht mehr vorhanden sind. DAB+ ist eine Möglichkeit, zu geringen Kosten terrestrisch zu verbreiten. Daher sage ich als Verbandspräsident mit Überzeugung, es soll diese Möglichkeit geben. Aus Sicht von KRONEHIT gibt es aber keine Notwendigkeit, einen anderen terrestrischen Verbreitungsweg zu suchen. Wir haben die notwendigen UKW-Frequenzen. Ich bin überzeugt, dass DAB+ auf lange Zeit eine Zusatzschiene der Verbreitung sein wird, aber nicht die Zukunft des Radios. Die Digitalisierung des Radios läuft online, das lässt sich in den entwickelten Märkten ablesen. Das hängt auch damit zusammen, dass der Konsum den Geräten folgen wird. Danach müssen wir uns richten. Unser Schwergewicht liegt daher in Entwicklungen im IP-Bereich. Ich will jetzt keinen Cent aus der Entwicklung von IP-Lösungen abziehen, um zusätzlich über DAB+ zu verbreiten.

 

ED: Sie meinen also, Konsumenten kaufen kein Radiogerät mehr, sondern etwa Smartphone oder Tablet, und nutzen, was darauf möglich ist?

Swoboda: Genau. Und unsere Konkurrenten sind dann Spotify und Co. Darauf müssen wir uns einstellen. Das verlangt sehr viel Zeit, Geld und Know-how. Daher ist für mich DAB+ ein Randthema. Ich will es nicht für alle Zukunft ausschließen. Sollte es sich dementsprechend entwickeln, die Endgeräte sich entsprechend verbreiten, dann wird man wieder darüber nachdenken müssen. Aber derzeit ist das auszuschließen.

 

ED: Auf welche Entwicklungen konzentriert sich KRONEHIT?

Swoboda: Wir bringen demnächst unsere neue Entwicklung SkipFM auf den Markt. Die App soll Webradio mit dem klassischen Radio verbinden. Der Hörer muss dabei auch online nicht auf den Wortanteil verzichten, auf die gewisse Note, die jedem Sender seine Seele gibt. Aber er kann das mit Services verbinden, die man aus Streamingdiensten kennt. Also skippen, rewinden, liken und dergleichen. Klingt einfach, ist aber sehr komplex, weil ja die Wortelemente zeitgebunden sind. Insgesamt soll aber ein stimmiges Radioerlebnis herauskommen.

 

Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen ED-Print-Ausgabe!

 

Autor: Ulrich Bentz

Bildcredit: KRONEHIT