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Schreibblockaden bergen gewaltiges Frustrationspotenzial, sie sind ein Fluch. Oder sind sie nur eine andere Bezeichnung für hemmungslose Faulheit? Wie soll man mit einer solchen Unfähigkeit umgehen, was kann man dagegen tun? ExtraDienst suchte die Antworten.

 

Sie haben Glück: Der Fluch hat nicht zugeschlagen. Hätte dieses Übel eingesetzt, wäre hier, mitten im fröhlich bedruckten ExtraDienst-Magazin, nur blankes Papier zu sehen gewesen: eine weiße Wüste, unberührt und doch gebunden, das Nichts im Europaformat auf 210 mal 280 Millimeter. Nicht gerade das, was sich Leser erwarten. Der dafür Verantwortliche wäre von Vorgesetzten an den Daumen an einer hohen Stelle im Verlag aufgehängt worden. Dort hätte man dem Unglücklichen ausreichend Zeit gelassen, um über seine Qualifikation nachzudenken.

Der Fluch heißt Schreibhemmung oder Schreibblockade. Dieses Unvermögen ist eine grausame Spielform des Grundproblems „wollen und nicht können“ und seit der allmählichen Menschwerdung des Australopithecus international bekannt.

Eine Schreibhemmung nennt man Probleme vor oder während des Schreibens, bei einer Blockade geht gar nichts mehr. Der österreichische Psychoanalytiker und Emigrant Dr. Edmund Bergler prägte dafür den Ausdruck „writer’s block“. Die Ursachen dafür würden im oralen Masochismus und der Wut über die milchverweigernde präödipale Mutter liegen, hielt der Schüler von Sigmund Freud im Jahr 1947 fest. Der Laie staunt.

Viele große Schriftsteller litten an Schreibblockaden, und fast alle davon öffentlich. Einer der bekanntesten war der manisch-depressive Ernest Hemingway. Die bipolare Störung wurde bei ihm mit Elektroschocks therapiert, was bei dem Leistungstrinker eine anhaltende Unfähigkeit zu schreiben auslöste.

 

Die vollständige Story lesen Sie in der aktuellen ED-Print-Ausgabe!

 

Autor: Gerhard Plott

Bildcredit: O.Böhmer-bluedesign/Fotolia