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Herausgeber wollen Mediengewohnheiten von Jugendlichen auf die Spur kommen

Für heimische Medien wird es immer schwieriger, die Gruppe der 14- bis 19-Jährigen über Printprodukte zu erreichen. Dennoch ist der Kampf um Lesernachwuchs noch nicht verloren.

 

Auf dem Höhepunkt seines Erfolgszuges erreichte das deutsche Magazin Bravo eine Druckauflage von mehr als 1,8 Millionen Exemplaren. Ende der 1970er-Jahre versorgte das Blatt Jugendliche im gesamten deutschsprachigen Raum mit allen relevanten Informationen zum Thema Erwachsenwerden. Knapp dreißig Jahre und den Triumphzug des Internets später sieht die Bilanz nicht mehr so rosig aus: Seit drei Jahren erscheint Bravo statt viermal monatlich nur noch alle zwei Wochen. Die Auflage liegt derzeit bei rund 130.000 Heften. Inzwischen bespielt Bravo vor allem die sozialen Netzwerke. Per WhatsApp oder Instagram können zum Beispiel Interviewfragen eingereicht werden.

Hierzulande machten die Brüder Helmuth und Wolfgang Fellner mit ihrem Rennbahn-Express dem deutschen Pendant Bravo Konkurrenz. 1979 hatte das Jugendmagazin eine Auflage von bis zu 200.000 Stück. In den 1990ern verlor es aber immer mehr an Beliebtheit und Relevanz. Auch die Verknappung des Titels auf XPress konnte die sinkende Auflage nicht mehr stoppen: Vor drei Jahren erschien der letzte gedruckte Rennbahn-Express. Auch die Online-Ausgabe wurde kurz darauf eingestellt.

 

Bindung durch Einbindung

Während sich also einige Blattmacher ganz von der Zielgruppe Jugend abgewandt haben, weil sie zu schwierig oder auch zu flüchtig erscheint, bleiben andere am Ball. So etwa die Kleine Zeitung Steiermark. „Die Zielgruppe der Jugendlichen ist überlebenswichtig, und wir widmen uns ihr mit hoher Konzentration und Zuwendung“, erklärt Chefredakteur Hubert Patterer. Die Zuwendung könne nicht früh genug beginnen, weshalb die Kleine Zeitung schon bei den 6- bis 12-Jährigen anfängt. Man müsse bereits die Generation der Erstleser mit der Sinnlichkeit des Mediums Papier vertraut machen. Die Kleine Zeitung macht das seit fünf Jahren mit einer eigenen wöchentlichen Kinderausgabe. „Als Abo-Konzept, das auf relevante journalistische Inhalte setzt und diese kindgerecht vermittelt, beziehen 17.000 Kinder das Produkt regelmäßig“, sagt Patterer. Die Kinder-Kleine wurde auch schon mehrfach international ausgezeichnet.

Bei den Teenagern und jungen Erwachsenen baut die Kleine Zeitung auf eine multimediale Strategie. „Wir versuchen die Jugendlichen über unsere mobile Edition, die Smartphone-App und deren Möglichkeit, verschiedene Interessensgebiete individuell zu programmieren, an die Marke heranzuführen“, erklärt der Kleine-Chefredakteur. Dabei hilft auch die Spezialisierung auf Live-Aktualität im Sport.

 

Die vollständige Story lesen Sie in der aktuellen ED-Print-Ausgabe!

 

Autor: Ute Fuith

Bildcredit: Adobe Stock