Skip to content. | Skip to navigation

 

Mit Social Media kann jeder zum eigenen Medienunternehmer werden

 

Bereits seit Ende der 1990er-Jahre taucht in der Ratgeberliteratur eine immer wieder zitierte IBM-Studie auf, der zufolge beruflicher Erfolg maßgeblich von drei Faktoren abhängt: Ob jemand den Aufstieg schafft, hat demnach zehn Prozent mit seiner Leistung zu tun, 30 Prozent mit dem Eindruck, den er auf seine Vorgesetzten und Kollegen macht, und 60 Prozent mit seiner Bekanntheit in der Branche. Der alten Studie zufolge bestimmt also das Image, ob jemand zu den Gewinnern oder Verlierern in der Arbeitswelt zählt. Die Welt hat sich zwar seitdem rasant weiterentwickelt, dies gilt jedoch nur für die Werkzeuge, mit denen man heute sein Image aufpoliert, nicht aber für die Tatsache, dass unser Image noch immer der wichtigste Faktor des Erfolgs ist. 

Früher war es den Journalisten oder Buchautoren vorbehalten, ihre Weltsicht einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. Dank Social Media ist das heute anders. Heute ist jeder Immobilienmakler oder Arzt oder Schriftsteller und gleichzeitig Medienunternehmer, erklärt Nico Kusterer, Geschäftsführer des Social-Media-Beratungsunternehmens AllAirt. Es bedarf keiner Pilgerfahrt zum Hyde-Park mehr, um seine Meinung am Speakers’ Corner herauszuposaunen. Facebook, Instagram, YouTube sind Werkzeuge, die viel mächtiger sind, als es jede Bühne jemals war, denn durch Social Media gibt es keine geografischen und kulturellen Grenzen mehr für seine Anliegen. 

Aber viel mehr als das ist die Selbstdarstellung in den sozialen Medien nicht nur Hobby von Schülern und Studenten, sondern ein Weg, seine Karriere zu fördern. Dabei geht es schon lange nicht darum, sein privates Leben in den schönsten Farben zu schildern, sodass einem der Neid seiner Follower gewiss ist. Der digitale Wandel eröffnet neue vielfältige Möglichkeiten, sich als eigene Marke zu positionieren und somit die nötige Aufmerksamkeit für die eigenen Ziele zu erhalten. Niemals war es so einfach, eine Anhängerschaft für seine eigenen Ideen und für seine wirtschaftlichen Ziele zu gewinnen. Viele Personen, die in ihrem Beruf auf sich allein gestellt sind, nutzen die Möglichkeiten der Selbstvermarktung, um aus der Masse herauszustechen. Aber auch Geschäftsführer, Unternehmensberater und Mitarbeiter von größeren Unternehmen können eine gute Reputation dazu nutzen, Abstrahleffekte auf die eigenen Unternehmen oder Produkte zu erzielen. 

„Personal Branding wird immer wichtiger“, meint der Personal Branding-Experte Julian Heck. Denn in einer Gesellschaft im Überfluss, wo viele das Gleiche anbieten und das auch noch in hoher Qualität, kommt es auf die Persönlichkeit an, so Heck. Wobei gerade der deutsche Sprachraum in diesem Bereich noch weit hinter dem angelsächsischen Kulturraum hinterherhinkt. „Dies bedeutet aber auch, dass Menschen, die hierzulande jetzt auf Personal Branding setzen, einen riesigen Vorsprung erzielen können.“ 

 

Personalisten prüfen digitalen Fußabdruck

 

Aber was ist eigentlich Personal Branding? Einfach ausgedrückt der Aufbau einer Marke um die eigene Karriere und den eigenen Namen herum. „Deine eigene Marke ist, was andere Menschen über dich erzählen, wenn du den Raum verlässt“, erklären die Autoren einer Studie der Universität Surrey. Wie wichtig Personal Branding vor allem bei der Jobsuche geworden ist, zeigt dieselbe Studie: 85 Prozent aller HR-Spezialisten lassen in ihrer Rekrutierungsentscheidung die Online-Reputation eines Kandidaten einfließen. Es ist kein Geheimnis, dass sich heute die Personalisten über einen Kandidaten via Google informieren. Damit ist es aber noch nicht getan. Personalentscheider sind vermehrt auch in den Sozialen Medien unterwegs, weiß Kusterer. Dabei geht es für die Personalisten darum, zu sehen, wie die Bewerber dort auftreten, was sie machen und wie sie sich verkaufen. Deshalb wird das Thema Personal Branding in den nächsten Jahren immer mehr Leute betreffen. 

Kusterer ist vor allem von Instagram als Plattform für Selbstvermarktungsaktivitäten überzeugt, weil dort das Engagement im Vergleich zu anderen Social-Media-Plattformen sehr hoch ist. Dabei geht es für die Selbstvermarkter darum, auch den Mut zu haben, sich ein wenig zu enthüllen, denn Instagram und Social Media im Allgemeinen verlangen immer mehr Authentizität. „Das Motto ‚Fake it till you make it‘ funktioniert immer weniger. Heute dominiert Storytelling und damit vor allem die Geschichten hinter den Kulissen.“ Wie Heck ist auch Kusterer davon überzeugt, dass Personal Branding immer wichtiger wird. „Wenn man bedenkt, dass die Menschen viel Zeit auf Plattformen wie Instagram, Facebook oder WhatsApp verbringen, sollte man sich überlegen, wie man selbst seinen Teil vom Kuchen bekommen kann. Denn schlussendlich ist Aufmerksamkeit gleichzusetzen mit Geld.“ 

Den vollständigen Artikel lesen Sie im ExtraDienst

Bildcredit: Pixabay