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„Stern Crime“ verkauft 80.000 Exemplare pro Ausgabe

Menschliche Abgründe im Printgeschäft: Immer mehr Magazine machen jetzt wahre Verbrechen zum Adrenalin-Lesestoff. Der Wettbewerb ist teilweise auch schon heftig.

 

Wenn es im Wohnzimmer leicht zu frösteln beginnt, muss keine defekte Heizung daran schuld sein. Vielleicht ist auch nur bedrucktes Papier verantwortlich für die dicke Gänsehaut mitten auf dem Sofa. Denn jetzt füllt sich der Markt mit Magazinen, deren Inhalt weit abseits der heilen Welt angesiedelt ist: Im Mittelpunkt steht die schaurige Welt des Verbrechens.

Wo Tageszeitungen im Lokalteil über Eifersuchtsdelikte oder einen Überfall auf die Trafik berichten, geht es bei diesen Publikationen in jeder Hinsicht voll zur Sache. Serienkiller, spektakuläre Raubzüge, ungesühnte Taten, historische Coups, düstere Persönlichkeiten, Opfer und Polizisten liefern im Großformat jenen Stoff, der das Blut in den Adern gefrieren lässt und Adrenalin-Schauer beschert. Hier gibt es die volle Ladung nach dem Motto: Nichts für schwache Nerven. Was die Sache zusätzlich brisant macht: In der Regel beschäftigen sich diese Medien mit wahren Ereignissen.

So wie auch Stern Crime aus dem Haus der bekannten deutschen Illustrierten, seit Sommer 2015 auf dem Markt präsent. Die bisherige Bilanz kann sich sehen lassen: Pro Ausgabe gehen 80.000 Exemplare an den Kunden, darunter befinden sich 10.000 Abos. Das Credo des Hefts zeigt Wirkung: Leser können hier True Crime aus nächster Nähe emotional und intensiv miterleben. Verbrechen werden mit einfühlsamen Texten und zurückhaltender, nicht weniger eindringlicher Optik präsentiert, so die Eigendarstellung von Gruner + Jahr.

 

Klarheit über Taten

Was sich bei der Story über „Die Frau mit dem Feuer“ so liest: „Er hat alles. Einen guten Job. Kinder. Eine glückliche Familie. Aber dann fängt er diese Affäre an.“ So etwas macht wiederum die Leserschaft garantiert heiß. Giuseppe di Grazia, Redaktionsleiter von Stern Crime,weiß, wie seine Klientel tickt: „Wahre Verbrechen packen den Leser, sie sprechen ihn emotional mehr an als fiktionale Geschichten. Er möchte über diese Ereignisse immer mehr wissen. Der Leser interessiert sich für das, was geschah, für Vorgeschichte und Motive. Er interessiert sich für Menschen, die hier verwickelt sind. Er will Klarheit, warum es zu den Taten kam und wie diese aufgeklärt wurden.“

Ähnliche Empfindungen dürften die 27.000 Leser von „Real Crime“ in Europa, Nordamerika und Australien zum Kauf motivieren. Auch diese britische Publikation bedient all jene Interessenten, die wahrscheinlich am liebsten das ganze Jahr Halloween hätten, in kompakter Form mit dem alltäglichen Wahnsinn. Geliefert werden schreckliche Fälle, Interviews und Portraits von Kriminellen oder Fahndern sowie Blicke hinter die Kulissen. Das Ganze natürlich knallig aufgemacht und mit einer gewissen prickelnden Prise an Boulevard-Aufregungs-Substanzen stark gewürzt.

 

Die vollständige Story lesen Sie in der aktuellen ED-Print-Ausgabe!

 

Autor: Christian Prenger

Bildcredit: Stern Crime/ANDRA