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Die steirische Medienszene gilt als besonders hart umkämpft. Wenige große und viele kleine Verlage kämpfen um das Werbegeld

Nach dem Ende der beiden steirischen Parteizeitungen Tagespost und Neue Zeit gab es Anfang der Nullerjahre mit der Kleinen Zeitung und der Steirerkrone plötzlich nur mehr zwei steirische Tageszeitungen. Beide strengten sich an, um heimatlos gewordene Leser für sich zu gewinnen. Doch „die Kleine“, wie die Kleine Zeitung in der Steiermark genannt wird, behielt die Nase vorn. Trotzdem gab es auf einmal Platz für neue Printprodukte. Das Ende der Parteizeitungen läutete eine Gründungswelle für kleine Verlage ein, die sich mit überwiegend werbefinanzierten Regional- und Special-Interest-Zeitschriften ihren Anteil am Kuchen sichern wollten. Auch der im SPÖ-Eigentum stehende Leykam-Verlag mischte mit, die im Stiftungsbesitz der katholischen Kirche stehende Styria AG warf ebenfalls zahlreiche Magazine auf den Markt. So entstand über die Jahre ein Wettbewerbsumfeld wie sonst nirgends in Österreich. Die Kleine Zeitung als Nummer eins und etwas dahinter die Mediaprint mit der Steirerkrone sowie an die zwanzig kleine Verlage, die mit ihrer Kreativität und Flexibilität zu reüssieren versuchten. Für den Leykam-Verlag war da bald kein Platz mehr. Der Wettbewerb erwies sich als zu hart für irgendwelche „More-of-the-same-Titel“. Und auch einige Styria-Magazine konnten bis zu ihrer Einstellung nur bestehen, weil sie aus den Erträgen der Kleinen Zeitung quersubventioniert wurden.
Es gab und gibt zwar immer wieder Versuche von Wiener Medien, sich auf dem steirischen Markt festzusetzen, doch der Preis für den Markteintritt ist extrem hoch. Die Styria erweist sich daher für die kleinen Verlage nicht nur als harter Konkurrent, sie hält ihnen auch den Rücken frei. Als etwa Eva Dichand mit ihrem Heute in Graz Fuß fassen wollte, stampfte der Konzern mit Okay innerhalb weniger Wochen eine eigene Gratistageszeitung aus dem Boden. Nachdem Heute mangels Erfolges auf dem Werbemarkt aufgeben musste, wurde auch Okay sofort wieder eingestellt. Inzwischen liegt zwar die Fellner-Tageszeitung Österreich gratis an den Grazer Straßenbahnhaltestellen auf. Und es gibt sogar eine dreiseitige Steiermark-Mutation. Doch Österreich tritt weder auf dem steirischen Werbemarkt noch als Abozeitung spürbar in Erscheinung. Auch Kurier und Standard verfügen wie die Salzburger Nachrichten in Graz nur über redaktionelle Repräsentanzen. Die zweite Tageszeitung des Styria-Konzerns, die Presse, nicht einmal mehr das.

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Bildcredit: Michael Kopp