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Konsum-Wutbürger rufen verstärkt zum Kaufboykott auf, wenn ihnen das Verhalten von Firmen nicht passt. Manche Marken müssen zumindest mit Imageturbulenzen rechnen.

 

Bei manchen Werbeauftritten hilft dann selbst der beste Abdeckstift nichts gegen Zornesröte. Im Fall von Bipa sorgte ein Sujet für Aufregung bei gewissen Konsumenten: Eine junge Frau deponiert im Rahmen der neuen Image-Kampagne „Weil ich ein Mädchen bin“ nicht nur das durchaus selbstbewusste Statement „Ich bin stolz“. Sie zeigt sich gleichzeitig auch mit einem Kopftuch bekleidet.

Das zugehörige Prozedere dürfte im Empörungs-Zeitalter nicht mehr fremd sein: Extrem heimatverbundene Bürger nutzten auf Social Media-Plattformen die Chance zur  Adrenalinproduktion zwischendurch. Meist unzensuriert wurde der unverhohlene Ärger betreffend Islamisierung gepostet und teilweise zum Boykott jener Drogeriekette aufgerufen. Inklusive der üblichen Zutaten des Facebook-Zeitalters: Pro und Kontra-Diskussionen im Aufregernetz, Headlines in den Medien, Kommentare von allen Seiten.

Die Rewe-Kette kommentiert dieses abendländisch beunruhigte Textil-Echo eher zurückhaltend bis kryptisch gelassen: „BIPA hat auch Vielfältigkeit zu einem Thema der Kampagne gemacht und sich von verschiedenen Lebensrealitäten quer durch die österreichische Gesellschaft inspirieren lassen. Wir erhalten zahlreiche Rückmeldungen und verfolgen den Dialog in den sozialen Netzwerken“, so die Stellungnahme von Rewe-Sprecher Paul Pöttschacher.

Was bestimmte Personen auch in Zukunft kaum beruhigen wird. Solche Shopper sind stinksauer und wollen ein klares Zeichen setzen: Es ist die zeitgeistige Spezies der Konsum-Wutbürger, die verstärkt zum Kaufboykott aufruft, wenn ihnen das Verhalten von Unternehmen nicht in den Kram passt. Wo früher bei Irritationen bestenfalls am Stammtisch gemurrt wurde, greift die Zielgruppe heute zur finanziellen Keule. Es geht um das Abstrafen von Marken und Machern aus persönlichen, politischen und sozialen Motiven. Oder weil Produkte Mängel aufweisen.

 

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Autor: Christian Prenger

Bildcredit: Michael Heim/Adobe Stock