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Was haben Kendall, Gigi, Chiara und Co. gemein? Sie sind jung, reich, schön und Millionen von Menschen folgen ihnen auf diversen Social Media-Portalen. Diese Influencerinnen stehen unangefochten an der Spitze der digitalen Nahrungskette. Sie sind Models, Designer oder Reality-TV-Stars und weisen Tausenden von jungen Menschen den Weg. Wohin? Das ist noch nicht ganz klar. Klar ist jedoch, dass Mädchen und Jungs sein wollen wie sie. Reisen, Luxus, Lifestyle, und das alles am besten für lau. „Was willst du mal werden, wenn du groß bist?“ – diese Frage beantwortet die Generation Y nur noch selten mit „Anwalt“ oder „Tierärztin“. Mama und Papa können also aufatmen. Oder auch nicht. Viel Geld in teure Ausbildungen investieren? Wohl eher in Schmuck und schöne Kleider, denn die Social Media-Kanäle müssen stets mit den neuesten Trends gefüttert werden. 

Wo das Interesse von Tausenden bis Millionen von Menschen sich trifft, ist das Interesse von Marketern natürlich nicht weit. Schnell haben Firmen daher den Mehrwert diverser „Beeinflusser“ für sich entdeckt. Aus bezahlten Anzeigen in Printmedien oder dem Mieten teurer Werbetafeln wurde anfangs Ware gegen Likes. Wenn eine Marke anfängt, ihren Wert zu erkennen, steigt meist deren Preis. Ergo: Eine Gratisprobe wurde schnell zu wenig, um es wert zu sein, 100.000 Followern als „kaufenswert“ dargestellt zu werden. Daher also Cash gegen Likes. Egal ob Beauty-Firmen, Fitnessartikel oder die Hotellerie, sie alle erlagen der Influencer-Epidemie. Fraglich ist jedoch: Ist gekaufte Liebe echt? Sprich: Wie glaubhaft und wertvoll sind Influencer und deren Meinung wirklich und sind sie tatsächlich wichtige Werbeträger oder einfach nur Schnorrer im Liska-Schafspelz? 

 

Ein Mail geht um die Online-Welt

Anfang des Jahres sorgte die 22-jährige Elle Darby kurze Zeit für Aufsehen. Darby zählt mit knapp 270.000 Followern auf YouTube und Instagram eher zur Mittelschicht der Influencer. Trotz allem bat sie Paul Stenson, Besitzer des Hotels „The White Moose” in Dublin, um kostenfreie Nächtigung für sich und ihren Freund. Für volle fünf Tage. Was sie im Gegenzug dafür tun würde? „The White Moose” würde namentlich in einem ihrer YouTube-Vlogs erwähnt werden und sie würde ein Foto vor Ort posten, um die Location ihren Followern für künftige Reisen schmackhaft zu machen. Die Antwort des Hotelbesitzers war lang und schmerzvoll: Via Facebook verbannte er Darby und alle anderen Blogger und Influencer für immer aus seinem Hotel. Indem er Miss Darbys Mail und seine Antwort darauf, namentlich geschwärzt, auf seiner Facebook-Seite postete, stellte er sie quasi öffentlich an den Pranger. Wer solle das Personal, Strom- und Heizkosten sowie Lebensmittel, die sie während ihres Aufenthaltes konsumieren würden, finanzieren, hieß es in Stensons Antwort.

Online stellte sich später die Frage, ob diese Reaktion überzogen oder durchaus angebracht war. Alt gegen Jung. Vergangenheit vs. Zukunft. Vielleicht erscheint der Generation 30+ die Vermarktung von sich selbst gegen Geld einfach genauso absurd wie Millennials Aerobic-Videos von Jane Fonda. 

 

Eine Nacht für eine Meinung

„We’re all mad here“ ist der Leitsatz der „25 Hours“-Hotelkette. Mit Locations unter anderem in Wien, Berlin und Paris erfreut sich diese extravagante Bleibe unter jungen Menschen besonderer Beliebtheit. Bunt gestaltete Zimmer, Rooftop-Bars mit Musik und Essen locken Reisende aus aller Welt, aber auch Locals an. Besonders gern gesehene Gäste hier sind Blogger und Influencer. 

Roland Eggenhofer, Senior Sales & Marketing Manager des 25 Hours Hotels in Wien, erklärt, dass in seinem Haus stark auf Influencer gesetzt werde. Pro Woche, so heißt es, erhalte das Hotel mindestens zwei Kooperationsanfragen. Interessant seien jedoch nur jene, welche sich explizit mit dem Bereich Travel, Food oder Lifestyle befassten. Hier, heißt es laut Eggenhofer, würde das 25 Hours Hotels selbst Gratisaufenthalte von bis zu zwei Nächten anbieten, um das Hotel online zu promoten. Viel „traffic“ und „buzz“, sprich Fotos inkl. Standort-Postings auf Instagram und Co., seien gutes Marketing und erhöhen somit den Wert der Marke. Aus genau diesem Grund gebe man auch mehr Geld für Online-Werbung als für Print aus. Schlechte Rezensionen wandle man im 25 Hours Hotel in Positives um. So nutze man eventuelle schlechte Bewertungen der „digitalen Juroren“ als Grund für sofortige Verbesserungen. Sogar Entschuldigungsschreiben würde man bei Kritiken verfassen.  

„Ein- bis zweimal jährlich veranstalten wir auch ein Influencer-Event, zu dem Foodblogger eingeladen werden, um unsere neuesten Menüs zu testen“, erzählt Eggenhofer. Gratisessen für Foodblogger ist hier nichts Außergewöhnliches. Die Ansichten der Meinungsbildner entscheidet, was auf die Karte darf und was nicht.

 

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Bildcredit: pixabay