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Wahlkampf, Übernahmen und Neustrukturierungen prägten 2017 die österreichische Medien- und Werbelandschaft. ExtraDienst lässt das Jahr Revue passieren: Von den Querelen im ORF über die ATV-Übernahme durch die ProSiebenSat.1Gruppe bis zur Silberstein-Affäre.

 

Die Wahlschlacht

Es begann alles mit einer Verhaftung. Am 14. August wurde Tal Silberstein in Israel wegen des Verdachts der Bestechung, Urkundenfälschung und Geldwäsche festgenommen. Der Israeli ist hierzulande kein Unbekannter, hatte er doch mutmaßlich Anteil am Wahlerfolg von Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer bei der Nationalratswahl 2006. Nachdem sich Anfang 2017 abzeichnete, dass Sebastian Kurz die ÖVP-Parteiführung von Reinhold Mitterlehner übernehmen und Neuwahlen erzwingen wird, griff die SPÖ abermals auf die Dienste des israelischen Spin-Doctors zurück. Auf Blogs und in den sozialen Medien wurde in den Folgemonaten massiv gegen Kurz Stimmung gemacht.

Das strategische Dirty Campaigning der SPÖ war von Silberstein und seinem Team ersonnen worden. Anders als etwa in den USA zählt Dirty Campaigning hierzulande noch nicht zum guten Ton. Das wurde der SPÖ zum Verhängnis, als nach Silbersteins Verhaftung interne Unterlagen an die Medien durchsickerten. Am 30. September wurden von profil und Presse die entsprechenden Unterlagen an die Öffentlichkeit gebracht. Die Berichterstattung überschattete in den zwei letzten Wahlkampfwochen Sachthemen und brachte die SPÖ unter Zugzwang. Zwar reagierte SPÖ-Chef Christian Kern umgehend und kündigte die Einsetzung einer Taskforce an, doch konnte er die negativen Medienberichte, trotz aller Beteuerungen nichts von der Tätigkeit Silbersteins gewusst zu haben, nicht verhindern.

Der Versuch, die Verantwortung für die Dirty Campaigning-Strategien SPÖ-Wahlkampfmanager Paul Pöchhacker und Silbersteins Mitarbeiter Peter Puller (der mittlerweile von der Staatsanwaltschaft als Betreiber der Facebook-Seiten ausgeforscht werden konnte) in die Schuhe zu schieben, ging nicht auf. Im Endeffekt änderte das ganze Trara um Dirty Campaigning wohl nur wenig am Wahlausgang. Die Nationalratswahl am 15. Oktober sorgte zwar für neue Mehrheitsverhältnisse im Hohen Haus und ein Ende der großen Koalition, aber damit war auch schon vor der Silberstein-Affäre zu rechnen.

 

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Bildcredit: Adobe Stock