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Das Pathos, das Jung von Matt für die „Erste Bank“verbreitet, ist mehr matt als jung.

 

Man kann sie förmlich spüren, die Spannung in den Agenturräumlichkeiten von Jung von Matt, wenn sie zusammensitzen und besprechen, wie sie die neue Kampagne der Erste Bank anlegen sollen. Doch – um das Ergebnis vorwegzunehmen – Brainstormings müssen nicht immer gut ausgehen. Am Schluss kann das, was herauskommt, selbst wenn die Agentur großspurig als Jung von Matt daherkommt, mehr matt als jung sein.

Doch zurück zur gruppendynamischen Übung: Die Agentur-Wunderwuzzis, so stellen wir uns das vor, sitzen also einmal in einer fiktiven Runde und sprechen durch, wie man denn Werbung für eine Bank so anlegen soll.

Und gleichzeitig muss alles das, was Young & Rubicam seinerzeit so erfolgreich aufgebaut haben, vergessen gemacht werden. Es muss ein neuer Ansatz her, es muss ein frischer Wind wehen und es muss alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Das ist der Anspruch. Das und nicht weniger. Der Agenturchef schwingt seinen rechten Zeigefinger und doziert: „Bankenwerbung ist Emotion. Bankenwerbung heißt, eine spannende, rührende Geschichte zu erzählen. Bankenwerbung heißt, an die Herzen der Menschen heranzukommen. Denn was sollen wir ihnen schon erzählen? Dass wir die Kontogebühren wieder erhöht haben? Sollen wir damit werben, dass wir schon wieder sieben Bankomaten verloren haben, weil irgendwelche serbischen Gangs mit Lieferwägen gegen unsere Geldausspuck-Automaten gefahren sind? Sollen wir’s so machen, wie die von der Bank, die allen Kunden ihr Konto kündigen, wenn die die neuen Geschäftsbedingungen nicht akzeptieren? Also – jede Form der Sachinformation muss in diesem einen emotionalen Spot außen vor bleiben. Je weniger wir über Bankgeschäfte sagen, desto besser. Wir müssen Gefühle, Gefühle, Gefühle bringen.“

 

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Bildcredit: Screenshot