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Hohe Investments, massiver Aufwand, wenig Umsatz – und trotzdem verkaufen immer mehr Anbieter Lebensmittel online. Die Branche glaubt weiter an den wirtschaftlichen Aufschwung. Doch dazu könnte ein sehr langer Atem nötig sein.

 

Für passionierte Couch Potatoes ist es wie die Torte zum Geburtstag. Kein langes Warten, keine Anstrengungen, kein Kontakt mit übellaunigen Service-Mitarbeitern – und ein leerer Eiskasten ist trotzdem kein Thema. Die täglichen Kalorien kommen nämlich aus der Datenleitung, einfach und bequem, so wie von den Anbietern versprochen. Dahinter steckt das Netz: Lebensmittel lassen sich heute so wie alle anderen Produkte über das Internet besorgen.

An digitalen Speisekammern herrscht kein Mangel: Global versucht eine stattliche Zahl von Unternehmen ihr Glück auf dem Gebiet, das sich bisher als wirtschaftliches Ödland erwiesen hat. Nicht zu Unrecht gilt Food-Commerce schon lange als ein Problemkind des Webgeschäftes. Zahlreiche Vitalisierungs-Versuche sind hier kläglich gescheitert. Die nüchternen Zahlen hinterlassen einen bitteren Geschmack: Laut Experten soll der europäische Marktanteil besagter Online-Sparte im einstelligen Prozentbereich versauern.

Zu wenige Verbraucher zeigen also zählbare und rentable Euphorie angesichts der Chance, Karotten, Kekse oder Fruchtsaft via Display zu erwerben. Offenbar ist es ein wahrer Kraftakt, tradiertes Kaufverhalten locker mit einigen Klicks wegzuwischen. Doch wer seit Jahr und Tag im Laden um die Ecke kauft, dem wird schwer schmackhaft zu machen sein, dass er plötzlich für das Befüllen der Tiefkühltruhe zu einer virtuellen Kasse marschieren soll.

Warum auch auf Lieferanten warten, wenn der nächste Supermarkt ohnehin bloß drei Minuten entfernt ist. Zudem mangelte es häufig an Vertrauen, ob der Bote tatsächlich imstande ist, die Ware unbeschadet zu liefern. Kein Wunder also, wenn viele Handelsunternehmen bislang „Nein“ gesagt haben zu solchen virtuellen Ausflügen, die hohe Investitionen für Marketing sowie Logistik verschlingen. Denn diese Materie hat noch weitere Tücken: Solche Waren können nicht wie CDs oder Lockenwickler einfach in den Karton gepackt werden. Als entscheidender Punkt gilt die Einhaltung der Kühlkette, was Strategen schon genug Magenschmerzen gekostet hat. Zudem weisen Lebensmittel eine emotionale Komponente auf, der Kunde muss seinem Internet-Lieferanten letztlich noch mehr vertrauen als dem langgedienten Fischhändler zwei Häuser weiter.

 

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Autor: Christian Prenger

Bildcredit: Hausbrot.at