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Schwer blessiert von einem der seltenen Marchfelderhof-Besuche in seinem Leben, berichtet Christian W. Mucha von der Society-Front

 

Ich gebe es zu – oft bin ich dort nicht. In der sogenannten Society-Szene flüstert man, zu viele Bocek-Besuche würden das Image unrettbar beschädigen. Beweis: Birgit Sarata, Jeannine Schiller und Wendy Night. Also bin ich dort nur einmal in der Dekade. Was hierorts allerdings geboten wird, ist unvorstellbar: Andy Lee Lang entführt uns zu Frankie Boy (übrigens sensationell), historische Spargel-Anekdoten werden zum Besten gegeben, eine eigene Spargel-Festrede von Ex-Minister Werner Fasslabend treibt die Wässer in die Mundhöhlen, Soubrette, Tänzerinnen, ein entfesselter Karl Merkatz der – nur für Ekaterina – die „Reblaus“ zum Besten gibt.

Dazu undefinierbares Essen, ein Einrichtungskultur-Schock, nach dem meine Schwiegermutter trotz zwei Tagen Erholung noch immer gelabt werden muss, eine weinende Dagmar Koller, eine völlig überrumpelte Lisl Wagner-Bacher, die von allen, selbst dem Festredner, zur „Bacher-Wagner“ umfunktioniert wird (ich red’ sie danach zum Trost nur mehr als „Wacher-Bagner“ an), Oldtimer bei der Ankunft, eine Straßensperre mit freischwebendem und für Bocek abgestelltem Gendarm. Ein Promi Auf- und Ablauf aller C-Berühmtheiten des Marchfelds und seiner Umgebung (22. Hieb). Und über all dem schwebt der haar- und bartgetönte Gerhard Bocek wie ein heißes Engerl von Tisch zu Tisch...

Lagner-Wacherl und ich (man hat mir den Ehrenplatz neben den beiden geehrten Damen Daggi und WB zugewiesen) beschließen, das Essen nicht zu kritisieren. Ekaterina, die von Kristian Bissuti das neunzehnte Mal nach ihrem Vornamen gefragt wird („Nein, bitte ohne h“), trinkt aus lauter Verzweiflung meinen ganzen Wein weg, und der Organisator überlegt, welcher Programmpunkt sich einsparen ließe – leider zu spät. Kracherl-Bacherl, Ekaterina und ich beschließen, weitere zehn Jahre zuzuwarten, Merkatz grinst, dass er net sicher ist, ob sich das noch ausgeht, und alle rätseln, wieso der Lugner nicht da ist. Es war sehr schön, ich hab es kaum bereut.

Bildcredit: Marchfelderhof/Conny De Beauclair