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Die Informationsindustrie hat schon beschaulichere Tage erlebt. Im Vorfeld der Innovationskonferenz „scoop-camp 2018“ zeichnete die Studie der Marktforscher Statista im Auftrag von nextMedia.Hamburg ein Szenario zwischen Hoffnung und radikalem Wandel. Laut der Initiative für die Medien- und Digitalwirtschaft ortet jedenfalls eine knappe Mehrheit der deutschen Verbraucher eine positive Zukunft für Print. Speziell die Gruppe über 30 Jahre glaubt an den Fortbestand von Tageszeitungen. Jüngere Semester aber erwarten die baldige Ablösung durch Smartphone und Co.

Auch Künstliche Intelligenz ist im Journalismus angekommen, selbst wenn bislang primär Planspiele und Miniprojekte das Feld dominieren. Die Akzeptanz scheint ohnehin gering zu sein: 45 Prozent geben dieser Tech- nologie keine Chance. Entsprechend skeptisch ist die Haltung gegenüber automatisierten Nachrichten: 49 Prozent sind kritisch, 28 Prozent lehnen solche News ab. Nur drei Prozent werten Roboterjournalismus als sinnvolle Angelegenheit. Für 43 Prozent sind Meldungen aus der Maschine unglaubwürdig, 18 Prozent vertrauen diesem Content, 39 Prozent können die Inhalte nicht einschätzen.

Die Medienbranche steuert also unverkennbar in eine ungewisse Zukunft. Angesichts aller Handys und Roboter rückt der Qualitätsjournalismus in das Zentrum. Längst merken kritische Geister an, dass hochwertige Arbeit im Getöse der zahllosen Kanäle einen schweren Stand haben dürfte. Stimmt nicht, Leistung wird sich weiter lohnen, trommeln Anti-Schwarzseher. Pessimisten sehen es anders: In einer oberflächlichen Welt des Twitterns, Postens und Chattens könnte Oberliga-Handwerk zum Nischenphänomen für eine Elfenbeinturn-Klientel mutieren.

Die Betroffenen senden eine Gegenthese, angesiedelt zwischen trotzigem Optimismus und eindringlichen Be- schwörungsformeln: Gekonnte Berichterstattung lässt sich weder wegklicken noch wegwischen und wird alle raffinierten Attacken der medialen Beliebigkeit überstehen. Die Beweisführung dürfte längere Zeit auf sich warten lassen. In welche Richtung sich der Wind der nächsten Jahre drehen wird, weiß schließlich niemand so genau. 

 

Die vollständige Cover-Story zu den Top-Journalisten lesen Sie im ExtraDienst 12/2018

Bildcredit: Pixabay