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Geh bitte, das hat doch schon früher kaum jemanden interessiert. Die Leute müssen ihre Leistung bringen. Wenn das nicht funktioniert, nützt auch ein Superzeugnis wenig.“ So bringt der Ressortleiter eines Printmagazins die langgediente ideologische Sichtweise eines Großteils der Branche auf den Punkt. Echte Profis tanken verwertbares Knowhow primär im laufenden Betrieb, institutionelle Wissensvermittlung muss nicht sein und ist ohnehin Luxus. Wer anders denkt, steht jedoch nicht im Regen: In Österreich finden sich viele Angebote für Journalisten-Ausbildung.

Solche Institutionen wurden in der Vergangenheit von gewissen Führungskräften durchaus kritisch betrachtet. Deren Haltung, über Dekaden zur fragwürdigen Recruting-Doktrin erhoben, dürfte erfahrenen Medienmenschen gut bekannt sein. Für hemdsärmelig-pragmatische Chefredakteure war die Sache jedenfalls immer eindeutig: Der Besuch von Bildungseinrichtungen aller Art macht nichts und niemanden besser, ganz im Gegenteil. Speziell akademische Weihen wurden nicht selten sogar als Karrierebremse abgewertet. Getragen von der fixen Idee, dass sich der mit Theorie vollgestopfte Absolvent im richtigen Leben auf verlorenem Posten befinden muss.

Zur Anwendung gelangten hauseigene Rezepte speziell für alle, die ins kalte Wasser springen wollten. Anfänger wurden intern mit Impulsen versorgt. Durch Lehrredaktionen, wohlmeinende Hinweise von routinierten Kollegen oder zahlreiche Missionen ohne Wenn und Aber. Für viele Neuankömmlinge hat besagte Taktik des Hardcore-Praxistrainings ihren Zweck erfüllt – inklusive sämtlicher Vorteile, Nachteile sowie Bedenken.

Wer derartige Strategien für den Stein der Weisen hält, kann weiterhin den Startknopf drücken: In Österreich existieren keinerlei Zugangshürden für den Einsteiger. Wer sich zum Journalisten berufen fühlt, startet einfach mit dem Beruf – völlig unabhängig von allfälliger Kompetenz oder Erfahrung. Es muss sich nur ein Entscheider finden, der die Ampel für den Erstversuch auf Grün schaltet. Was dem Image und der Qualität der Medienindustrie nicht immer geholfen habe, wie zynische Zeitgenossen vermerken.

Stetiger Wandel

„Die Branche war lange vom Selbstverständnis geprägt, dass journalistisches Handwerkszeug rein durch Learning by Doing erlernbar wäre. Ausbildung und Weiterbildung seien zu theoretisch und für die Praxis unbrauchbar. Nun findet ein stetiger Wandel statt. Früher war es üblich, in einem Medium Fuß zu fassen und die Besonderheiten von der Pike auf zu lernen. Heute sind crossmediale Kompetenz sowie das Bedienen mehrerer Medien nötig. Auf diese Herausforderung reagieren Bildungsanbieter gezielter“, erläutert Julia Juster, Leiterin des Lehrganges „Qualitäts- journalismus“ an der Donau-Universität Krems.

 

Die vollständige Cover-Story zur Journalisten-Ausbildung lesen Sie im ExtraDienst 12/18

Bildcredit: Pixabay