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Der glamouröse Job des Society-Reporters entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Schwerstarbeiter-Schufterei. Ohne Ekelzulagen. Dazu kommt erschwerend: Die Zeiten des großen Glamours scheinen vorbei zu sein.

 

Albert Fortell, schimmerndes Fettauge auf der Promi-Suppe, brachte es vor vielen Jahren kurz und pointiert auf den Punkt: Er vertrete die These, dass jeder seine Chance habe, in der Society nach oben zu kommen. Es liege nur an der Qualität der Andekdoten, die man den Reportern vorsetze. Fortells Theorie, die der sympathische Schauspieler dann unzählige Male erfolgreich praktizierte: Ein begabter Gschichtldrucker, der zur richtigen Zeit beim Herrn Redakteur anruft und in Wort und Bild einen Bruhaha-Beitrag präsentiert, landet damit garantiert in der Zeitung.

Hat Berti Fortelni, wie der Mann mit bürgerlichem Namen heißt, recht? Andersrum: Wenn es nun plötzlich – wie vielfach moniert – an guten Pointen fehlt: Sind uns die Großen des Gesellschaftslebens, die dominierenden Figuren der Society, in den letzten Jahrzehnten ebenso wie die guten Geschichten abhanden gekommen? Ging es seit Herbert von Karajan, Curd Jürgens und Romy Schneider nur mehr bergab? Wo sind die Zeiten geblieben, als ein Klaus Maria Brandauer den „Herrn Reporter“ in den Goldenen Hirschen einlud und Anekdoten aus seinem Privatleben zum Besten gab? Und damit die Salzburger Festspiele adelte? Heute dominieren Selbstdarsteller, Wichtigtuer, Geschäftemacher, Aufg’spritze und abgetakelte Arbeitslose die Liga der heimischen Promis.

Der Ex-Adabei der Kronen Zeitung, Michael Jeannée, runzelt seine zerfurchte Stirn, während sein Zeigefinger nach oben fährt: „Wenn es wirklich das Nonplusultra der heimischen Gesellschafts-Berichterstattung ist, von einem Empfang bei Birgit Sarata zu berichten, dann sagt das alles über unsere sogenannte Gesellschaft.“

Ins selbe Horn stößt Franz Prassl, der sechs Jahre lang „das gemacht hat, was Roman Schliesser in der Krone war.“ Prassl führte von 1978 bis 1984 die Kolumne „Leute von heute“. Auch er ist entsetzt über das, was einem seit Jahr und Tag medial vorgesetzt wird: „Die haben keine Geschichten mehr“, moniert er. „Da ist keine Pointe mehr. Da wird nicht mehr recherchiert, und man hat auch das Gefühl, dass sich die Schreiber rücklings von ihren interviewten Gesprächspartnern weg bewegen wie seinerzeit beim Kaiser. Dabei“, so reflektiert Prassl, „waren die Gesellschafts-Spalten immer unter den drei meistgelesenen Kolumnen im Blatt. Und daran hat sich wohl auch heute nichts geändert.“

 

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Autor: Christian W. Mucha

Bildcredit: Privat/Montage