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Nicht die politische Farbe, sondern die zentralen journalistischen Begriffe leiten die Redakteure des ORF.  Dazu zählen vor allem Glaubwürdigkeit, Ausgewogenheit und Unabhängigkeit.

 

Es gibt ein paar Berufe, bei denen in Österreich kein ausgeprägter Mangel an Personal besteht, das sich selbst für geeignet dafür hält. Trainer der Fußball-Nationalmannschaft ist zum Beispiel so eine Funktion, bei der sich viele ihrer eigenen Meinung nach für kompetenter halten als den jeweiligen Amtsinhaber. Auch an Bildungsexperten mangelt es in unserem schönen Land nicht, oder an Fachleuten für Straßenverkehr, zumindest was die Wiener Baustellenplanung und die Fahrfähigkeiten anderer Autofahrer angeht.

ORF-Chefredakteur gehört ebenfalls zu diesen Professionen. Die Zusammensetzung der Diskussionsrunden im „Zentrum“ findet jeden Sonntag Abend auf Twitter eine große Zahl engagierter Kritiker. Die Würdigung der Leistungen der Politik scheint in den zugehörigen Pressestellen diametral anders bewertet zu sein als in der ZiB-Redaktion. Kleidung und Frisur von Moderatorinnen und Moderatoren werden im ganzen Land heiß diskutiert, über Katastrophen und Skandale wird vom ORF entweder zu viel oder zu wenig berichtet. Und erst gestern habe ich ein E-Mail bekommen, dass „endlich einmal das Prinz-Eugen-Schloss in Wien richtig, nämlich nicht italienisch Belvedere, sondern Wienerisch Belveder, also ohne e hinten, ausgesprochen werden muss, sehr geehrter Herr Chefredakteur!“

Genau das bin ich nämlich, der Chefredakteur des Aktuellen Dienstes des ORF Fernsehens, und damit für all das zuständig: Gästeauswahl im Talk, Themenreihung in den ZiBs, Sondersendungen, Morgenstrecken, Live-Einstiege, Kriegseinsätze, Moderatorenfrisuren. Und natürlich auch Ausspracheregelungen.

Vor allem aber fürs Aufpassen auf die zentralen Begriffe jedes öffentlich-rechtlichen Mediums:  Glaubwürdigkeit. Ausgewogenheit und Äquidistanz. Unabhängigkeit. Relevanz. Korrektheit.

 

Den vollständigen Gastbeitrag lesen Sie in der aktuellen ED Print-Ausgabe!

 

Autor: Dr. Fritz Dittlbacher, CR Aktueller Dienst, ORF

Bildcredit: ORF