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Berühmt, berüchtigt, beliebt: Das Pressegeschenk hat in Zeiten von Compliance und Sparzwang an Attraktivität verloren. Kleine Zuwendungen gibt es jedoch immer noch.

 

Während meiner Zeit als Journalistin wurde ich auf eine Pressereise eingeladen. Im Hotelzimmer lag dann ein Snowboard als Aufmerksamkeit bereit. Es war aber bereits August und noch dazu hatte das einladende Unternehmen gar nichts mit solchen Geräten am Hut.“ Mit gewissen Accessoires des medialen Alltags lässt sich schon einiges erleben, wie diese Erfahrung von Eva Mandl, Chefin der PR-Agentur Himmelhoch, zeigt. Das berühmt-berüchtigte Pressegeschenk verfügte eben immer schon über die verschiedensten Facetten zwischen Brisanz und Skurrilität.

Von den einen in die Nähe der gezielten Beeinflussung gerückt, von anderen als nette Aufmerksamkeit ohne Verpflichtung betrachtet: Polarisiert hat jene Zuwendung für die berichtende Zunft seit jeher. Aufgeboten wird dabei alles, was die strategische Fantasie hergibt: Produkte für Pressekonferenzen oder Medien-events reichen von Kugelschreibern über Gutscheine oder Besteck bis zu Einladungen. In wirtschaftlich fetten Zeiten übertrumpften sich manche Firmen bei der Wahl jener Appetizer. Das Motto schien zu lauten: Nicht nur kleine Präsente erhalten die Freundschaft – große machen das noch viel besser.

Solche Gedanken sind auch sicher nicht völlig aus der Luft gegriffen, denn teilweise hat sich die Zielgruppe an milde Gaben gewöhnt. „Mir würde dieses Ritual richtig fehlen, da sind oft Sachen dabei, die echt brauchbar sind.“ Nachsatz: „Aber diese wirklich tollen Geschenke gibt es ja fast kaum noch.“ Der Wirtschafts-Redakteur eines heimischen Mediums denkt wehmütig an goldene Zeiten zurück. Denn atemberaubende Pressegeschenke sind ein Mythos in der Nähe zum Auslaufmodell: Immer mehr Unternehmen verzichten generell auf solche Stimmungsmacher, andere gehen mit Appetizern der Peanuts-Kategorie an den Start.

 

Einsatz des Rotstiftes

Die Ursachen der wachsenden Zurückhaltung basieren nicht zuletzt auf ökonomischen Strukturzwängen. In wirtschaftlich eher wenig berauschenden Zeiten hat oft nur der Rotstift Hochkonjunktur, Marketingchefs kennen das Prozedere aus nächster Nähe. Wenn das Budget gröbere Risse zeigt, wird in jenem Bereich intensiv gekürzt. Selbst wenn das Streichen von Pressegeschenken budgetär nicht zwingend die große Rettung bedeutet – eine einlullende Optik für Shareholder liefern solche Schritte dann allemal.

 

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Autor: Christian Prenger

Bildcredit: Adobe Stock