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Nach weltweiten Erfolgen von Netflix und Co. im Film- und Serien-Bereich visieren Neulinge wie DAZN nun den Sportbereich an. Pay-TV-Sender müssen um ihre Vormachtstellung bei Exklusivrechten bangen.

 

Wenn es nach Reed Hastings, Chef der Online-Videothek Netflix, geht, dann steuert die klassische Fernsehindustrie ihrem Ende entgegen. 2030 soll es soweit sein. Die aktuellen Zahlen lassen jedoch an seiner Prognose zweifeln. Ist die weltweite TV-Nutzung 2016 laut Eurodata mit durchschnittlich drei Stunden pro Tag doch nur um drei Minuten zurückgegangen. Bei jüngeren Zielgruppen, den eigentlichen Digital
Natives, hat sie sich im Schnitt sogar um vier Minuten auf 124 erhöht. Gleichzeitig haben sich die großen Sendergruppen breiter aufgestellt. Sei es durch Digitalangebote, die kaum etwas mit dem eigentlichen Geschäft zu tun haben, oder Kooperationsmodelle. So hält ProSiebenSat.1 beispielsweise 50 Prozent an der Partnerbörse Parship Elite. Gleichzeitig führt man mit Maxdome ein eigenes Streaming-Portal. Damit folgt der Konzern dem Beispiel großer Medienhäuser wie Burda, Springer oder Bertelsmann, die sich von den klassischen TV-Werbeeinnahmen mit digitalen Angeboten emanzipieren wollen. Und scheinbar mit Erfolg. Denn wie die Beratungsfirma KPMG in einer Studie konstatierte, befinden sich TV-Sender im Bereich „Digitale Transformation“ an vorderster Front.

Im Pay-TV-Bereich ist sogar Wachstum zu verzeichnen, wie Frank Giersberg, Geschäftsleiter des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), erklärt. Die Geschäftszahlen des Anbieters Sky unterstreichen diese Annahme. Der Konzern verzeichnete Ende März 22,42 Millionen Abonnenten, was einem Plus von 106.000 Kunden im Vergleich zu Dezember 2016 entspricht. Sky Deutschland konnte seinen Umsatz im 1. Halbjahr 2016/17 zudem um fast zehn Prozent steigern. Damit erzielte man im deutschsprachigen Raum auf Neun-Monats-Basis erstmals einen operativen Gewinn.

Diese Zahlen sind gerade in Anbetracht des immensen Wachstums der Streaming-Anbieter ein kräftiges Überlebenszeichen. Schließlich hat Netflix allein seit 2011 rund 80 Millionen Abonnenten dazugewonnen, wie das Analyse-Portal Statista berichtet. Wie konnten Pay-TV-Sender à la Sky also mithalten? Die Antwort liegt wie des Öfteren in der eigenen Produktoptimierung. Neben flexibleren Angeboten hat der Sender auch einer Übernahme durch den US-Konzern 21st Century Fox zugestimmt. Eine enge Kooperation mit dem amerikanischen Sender Home Box Office (HBO), der unter anderem die Serie „Game of Thrones“ produziert, soll dann dabei helfen, bis zu zwei hochwertige Serien oder Filme pro Jahr herzustellen.

 

Neue Fronten

Damit ist zwar die erste Schlacht geschlagen, der Krieg aber noch lange nicht gewonnen. Denn gerade bei Sportübertragungen, wo Sky in den vergangenen Jahren wacker seine Vormachtstellung behaupten konnte, rollen derzeit neue Mitbewerber den Markt von hinten auf. An vorderster Front DAZN, ein Streaming-Anbieter der Perform Group, der sich mithilfe der Beteiligungsgesellschaft Access Industries und Milliardär Leon Blavatnik seit Anfang August bereits diverse Übertragungsrechte sichern konnte.

 

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Autor: Philipp Ratky-Salamonfa

Bildcredit: REDPIXEL/ Fotolia