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Via Gesetz soll die heimische Bundesliga ihr Comeback im Free-TV erleben

 

Die klassische Wochenende-Taktik funktioniert jetzt nicht mehr. Zumindest was Freizeitgestaltung am Sonntag rund um das runde Leder betrifft. Denn Verbraucher, die am Nachmittag wie gewohnt heimische Kicker-Kultur im ORF sehen wollen, stehen seit Kurzem im Abseits: Das Live-Spiel ist vorerst Geschichte, die Fußball-Bundesliga dribbelt generell auf einem eher ungewohnten Senderplatz. 

Wer Austro-Stars bei ihrer Arbeit nicht missen will, muss Sky ansteuern. Der Pay TV-Sender besitzt bis 2022 die Fernsehrechte am Titelkampf von Austria, Sturm, LASK und Co. Alle Fans von Umschaltspiel oder Viererkette müssen selbst umschalten. Diese mediale Neuausrichtung findet naturgemäß keinen einhelligen Jubel. Schon aus monetären Gründen: So mancher pragmatische Seher kann sich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass trotz seiner Gebühren keine Liga mehr im ORF läuft. Was auch früher nicht gratis war, ist nun noch teurer, möchte der Verbraucher mittels Mattscheibe am Ball bleiben. 

Auch gewisse Politiker sind eher wenig begeistert von einer Spielverlegung, wie sie in monopolistischen Zeiten undenkbar war. Vizekanzler und Sportminister Heinz-Christian Strache sowie Medienminister Gernot Blümel haben mit einer Ankündigung aufhorchen lassen: Es ist die geplante Überarbeitung jener Liste bekannter Highlights, die künftig verbindlich im Free-TV laufen sollen. 

Bedeutende Ereignisse

Hier gerät die Bundesliga nun offensichtlich prominent in das Visier. Fußball-Übertragung auf rechtlicher Grundlage statt Wettbewerb um solche Rechte ist keine Utopie. Das Zauberwort lautet „Fernseh-Exklusivrechtegesetz“. Hier geht es um „Ereignisse von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung“, die nicht hinter monetären Schranken von Bezahlsendern verschwinden dürfen. Was eben nicht nur Opernball oder Neujahrskonzert betrifft. Sondern ebenso sportliche Supermagneten wie unter anderem Olympische Spiele oder Begegnungen des Fußball-Nationalteams. 

Die Bundesregierung ortet in jedem Fall nach dem Sky-Deal Diskussionsbedarf. Man wolle „nicht einfach tatenlos zuschauen“, lautet die Ankündigung einer Offensive in Richtung Pay-TV. „Diese Ereignisse sollen einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen und nicht hinter Bezahlschranken verschwinden“, bekräftigt Blümel. Geplant sind Gespräche mit Verbänden und Sendern, Ziel ist eine modifizierte Liste von Events für die geschützte Flimmerzone. Bestehende Verträge bleiben hingegen tabu. 

Allfällige Vermutungen, die Liga könnte künftig via Paragraphen-Umweg zurück auf den Küniglberg gelangen, weist Blümel hingegen sehr entschieden zurück: „Der Erwerb von Premium-Sportrechten war in jüngster Vergangenheit durch finanzstarke ausländische Bieter beeinflusst. Ereignisse von erheblicher Bedeutung müssen jedoch mindestens 70 Prozent der Österreicher zugänglich gemacht werden – aber ohne zusätzliches Fernsehentgelt.“

Nicht unerwartet unterstützt der ORF den Regierungs-Querpass. „Die Politik sollte diese Liste von Ereignissen erweitern, die im Free TV stattfinden müssen. Gewisse Begegnungen der Bundesliga sollten hier ebenfalls zu sehen sein. Mit Free TV ist aber keineswegs zwangsläufig nur der ORF gemeint. Eine derartige Regelung sollte auch noch für Champions League-Spiele mit österreichischer Beteiligung gelten“, unterstreicht Alexander Wrabetz.

 

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Bildcredit: Pixabay