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Bauklötze, Gesellschaftsspiele oder Puzzles sind längst out. Auch im Kinderzimmer hält smarte Technologie Einzug. Immer mehr Spielzeug wie Puppen oder Autos sind bereits mit einem Mikrofon ausgestattet oder können mit einer App verbunden werden. Manche „Spieltiere“ antworten mit Hilfe einer Spracherkennungssoftware auf die Fragen eines Kindes. Man spricht in diesem Zusammenhang von „Internet of Toys“. Auch wenn diese Entwicklung gerade erst beginnt, sollte man die Gefahren nicht unterschätzen. Hier ist es vor allem die Weitergabe persönlicher Daten, die des Öfteren Kopfschmerzen bereitet. Wenn etwa für die sachgemäße Verwendung des Spielzeugs Datenangaben des Kin- des verlangt werden, die über Name und Adresse hinausgehen. Hier wird zum Beispiel nach den Lebensgewohnheiten und Hobbys gefragt. In der Regel haftet der Hersteller des Spielzeugs für die Sicherheit der Daten. Natürlich führt das vor allem bei der Erstinbetriebnahme zu einer großen Verantwortung für Eltern. Denn das Kind sollte bei der Dateneingabe nicht allein gelassen werden.

Bloße Wissensvermittlung?

Etwas konsumentenfreundlicher sind beispielsweise Weltkugeln, die Informationen aus dem Internet abrufen. Sie interagieren mit dem Kind und antworten auf dessen Fragen. Dafür ist nur eine Spracherkennungssoftware notwendig und es wird nur der Name des Kindes eingegeben. Damit werden laut einer Studie des Österreichischen Instituts für Telekommunikation (ÖIAT) die Mindestanforderungen aus Datenschutzsicht erfüllt. Denn auf die Weitergabe per- sönlicher Daten wird weitgehend verzichtet. Angepriesen werden diese Spielzeuge als Instrumente der Wissensvermittlung. Sie sollen neugierig auf fremde Welten oder Geschichten aus früheren Zeiten machen. Wenn aber z.B ein ferngesteuertes Auto mit einer personalisierten App am Smartphone bedient wird, sind mehrere persönliche Daten damit verknüpft. Diese dürfen in Österreich nicht veröffentlicht und von den Herstellern nicht für Werbezwecke verarbeitet und weiterverwendet werden. Al- lerdings ist oft nicht oder nur sehr schwer nachweisbar, ob der Hersteller die Daten seiner Nutzer sammelt. Umso wichtiger ist es daher, dass die Hersteller dieser „Internet-Toys“ genügend Informationen für den richtigen Umgang mit dem Spielzeug bereitstellen. Außerdem sollten die Eltern die vom Spielzeug wiedergegebenen Äußerungen kritisch überprüfen, ob sie nicht doch verdeckte Werbebotschaften enthalten.

Aus pädagogischer Sicht wird kein noch so ausgeklügeltes Spiel, das mit einem Kind interagiert, je eine menschliche Bezugsperson ersetzen können. Denn einerseits ist das Sprachniveau der bis jetzt im Handel verfügbaren Waren noch sehr eingeschränkt, andererseits erlangt ein Kind erst durch den emotional geführten Dialog wirklich Sprachkompetenz. Laut Experten kann aber ein vernetztes Spielgerät den Wortschatz oder das Faktenwissen sehr wohl erweitern. Nur wird die interaktive Puppe oder der sprechende Dinosaurier nicht alle Fragen des Kindes beantworten können. Beim Einsatz dieser Spielformen sind erwachsene Begleitpersonen daher dringend erforderlich. Sie können also nicht als „digitaler Babysitter“ eingesetzt werden. 

 

Den vollständigen Artikel lesen Sie im ExtraDienst 12/18

Bildcredit: Pixabay