Skip to content. | Skip to navigation

Noch nie war es so leicht, sich im Internet den Regeln des Copyrights zu entziehen. Die illegalen Streamingplattformen sind wie der Gesang der Sirenen, die unsere moralische Integrität auf die Probe stellen.

 

Die Nix-Bezahl-Mentalität schreckt auch vor urheberrechtlichen Strafhandlungen oder schlichtweg amoralischen Tatbeständen nicht zurück. Auf der Strecke bleibt dabei das Recht der Urheber. Man braucht keine speziellen Computerkenntnisse und muss auch nicht ins Darknet untertauchen, um im World Wide Web in die Grauzone zwischen Recht und Unrecht vorzustoßen. Egal ob es sich um ein Sportevent oder eine Blockbuster-Serie wie Game of Thrones handelt: Es ist nichts einfacher, als legale Bezahlsender, die brav ihre Lizenzgebühren entrichten, zu meiden und sich das Wimbledonfinale oder die letzte Staffel von Game of Thrones bei einem „Piraten“, anzusehen, ohne dabei seine Kreditkarte zücken zu müssen. Laut einer Analyse des Filesharing-Trackers MUSO wurde die siebente Staffel von Game of Thrones mehr als eine Milliarde Mal auf illegalen Streamingseiten gesehen. Beim obskuren Boxkampf zwischen dem emeritierten ehemaligen Box-Champ Floyd Mayweather und dem Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Conor McGregor haben schätzungsweise drei Millionen Menschen bei mehr als 200 illegalen Streams den Kampf verfolgt. In Europa konnten sich die Gratisnutzer genüsslich zurücklehnen und auf Seiten wie Projectfreetv.bz die neuesten Folgen von Game of Thrones unentgeltlich ansehen – ohne Gefahr zu laufen, dafür belangt zu werden, denn die Rechtslage der Nutzer war bis vor Kurzem noch unklar.

Erst vor wenigen Monaten stellte jedoch der EuGH in einer richtungsweisenden Entscheidung klar, dass bereits das bloße Betrachten eines Streams ausreichend ist, um eine Urheberrechtsverletzung zu begehen. „Die Verletzung beginnt dabei in dem Moment, in dem der Nutzer den Stream startet“, erklärt Rechtsanwalt Dorian Schmelz, Spezialist für Urheberrecht und Internetrecht. Das ständige Pendeln zwischen Moral und Recht hat damit für die meisten Piraten ein Ende gefunden. Jedoch ist es oftmals gar nicht so leicht, auf den ersten Blick auszumachen, ob ein Stream nun legal oder illegal ist. Denn die Aufmachung der Streams ist äußerst professionell, und auch die Bildqualität im HD-Format hinkt den Pay-TV-Sendern in vielen Fällen kaum nach.

 

Die vollständige Story lesen Sie in der aktuellen ED Print-Ausgabe!

 

Autor: Christian Sec

Bildcredit: The Pirate Bay