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Alle Wege führen nach Rom. Angeblich. Auch zu einem ORF-Job kamen viele Mitarbeiter eher zufällig. In den letzten 20 Jahren allerdings war das ORF-Assessment-­Center für die meisten Nachwuchsjournalisten unumgänglich.

 

Derzeit arbeiten grob geschätzt 4.000 Menschen für den ORF. Einerseits sollen es in den nächsten Jahren viel weniger werden, andererseits sucht man aber auch nach „Blutauffrischung“.

Bewerbungen flattern genug ins Haus. Dafür wurde im Internet das Job-Portal (job.orf.at) installiert. Der ORF lädt, so wie viele andere große Unternehmen, aussichtsreiche Kandidaten in sein „Assessment-Center“ (AC). Der potenzielle Nachwuchs soll sich in Einzelgesprächen, bei Gruppendiskussionen und Rollenspielen einer Jury präsentieren. Es geht einerseits um Fachwissen, andererseits um Persönlichkeit, emotionale Intelligenz oder auch soziale Kompetenz.

Um überhaupt ins ORF-Assessment-Center eingeladen zu werden, muss ein Kandidat zunächst einen Film- oder Radiobeitrag als Probe liefern. Dabei sei „journalistisch-redaktionelle Erfahrung vorteilhaft“, erklärt man im ORF, Bedingung sei das aber nicht.

Viele Bewerber scheuen aber schon vor diesem ersten Schritt zurück. Die zweite Hürde schaffen dann nur mehr ganz wenige. Dabei werden Allgemeinwissen, schreiberisches Können und gestalterische Kreativität getestet.

Danach geht es ans Eingemachte: Live-Interviews, Telefon-Recherchen oder auch eine Redaktionskonferenz werden nachgestellt. Es gibt Mikrofon- und Kameratests. Unmissverständlich die Aufforderung des Trainers: „Transportieren Sie Ihre Botschaft ganz in Ihrem Sinne. Wirken Sie souverän. Und bleiben Sie in der Spur, auch wenn es mal schwierig wird. So kommen Sie in 20 Sekunden auf den Punkt.“

Üblich sind auch ein paar Psychospielchen, bei denen die Coaches zu einem Urteil kommen wollen. Etwa die so genannte Postkorb-Übung, bei der anstehende Aufgaben nach Wichtigkeit organisiert und delegiert werden müssen. In der Regel wird dabei der Stresspegel durch „gemeine“ Interventionen künstlich erhöht.

 

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Autor: Gerhard Teufel

 

Bildcredit: ORF