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Falter-Aufdecker und CR Florian Klenk

Er ist die Inkarnation des Feindes der rechten Reichshälfte. Und doch fühlt er sich sicher. Sieht die wenigen Bedrohungen, die er erhielt, als nicht ernsthaft. Im ExtraDienst-Interview spricht Falter-Aufdecker Florian Klenk Klartext.

 

ED: Herr Klenk, einige Ihrer Kollegen, etwa Wolfgang Kralicek oder Christoph Wurmdobler, wechselten unter Eva Weissenberger vom Falter zu News. Werden die jetzt wieder zurückkehren?

Florian Klenk: Bei uns ist momentan keine Stelle frei. Aber ich bin keinem Journalisten böse, der unseren Verlag verlässt, und würde jeden mit offenen Armen zurücknehmen. Wenn ich könnte. Es gibt nur ganz wenige, bei denen ich froh bin, dass sie gegangen sind …

 

ED: Zum Beispiel? Welcher Typus?

Klenk: Der Typus, der nicht arbeitet. Das kommt selten, aber doch vor. In der Regel geht jemand zum Falter, weil er schreiben möchte.

 

ED: Gibt es auch jene, deren Geschichten nicht gehalten haben? Ist Ihnen das passiert?

Klenk: Nein. Selten.

 

ED: Checken Sie das so genau nach?

Klenk: Es muss in der Geschichte ja alles vorhanden sein. Die Person, die kritisiert wird, die Vorwürfe, aber auch die Konfrontation der Person mit den Vorwürfen. Ein Text, bei dem diese Dinge nicht zusammentreffen, soll nicht erscheinen. Und erscheint auch nur ganz selten.

 

ED: Wie sieht denn der typische Falter-Leser aus?

Klenk: Das ist ein an unabhängigem Journalismus interessierter, politisch denkender Mensch mit einem Interesse an einem gewissen durchaus auch hedonistischen Lebensstil in Wien. Er ist interessiert am kulturellen Angebot, schätzt Service ebenso wie investigative Berichterstattung und erwartet sich vom Falter eine Wundertüte an Geschichten. Unseren typischen Leser dürfen wir auch hin und wieder verstören mit Meinungen, die er nicht unbedingt erwartet hat. Er darf sich von uns keinen einfältigen Soli-Journalismus erwarten, sondern recherchierte Geschichten und manchmal auch unerwartete Antworten.

 

ED: Zu wieviel Prozent ist er eine Sie, und wie alt ist sie?

Klenk: Die Leserschaft ist ein bisschen männlicher. Vom Alter her jung, studentisch. Wir verlieren ihn allzu oft, wenn er Kinder bekommt.

 

ED: Nun haben Sie als Aufdeckerjournalist Furore gemacht. Und sich damit Ihren Marktwert erarbeitet. Warum bleibt man dann beim Falter?

Klenk: Mich macht mein Beruf sehr glücklich, weil er mir einerseits die Freiheit gewährt, über die Dinge zu berichten, über die ich berichten will, und mir nie ein Eigentümer, Herausgeber oder sonst jemand gesagt hat, das darf nicht erscheinen.

 

Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen ED-Print-Ausgabe!

 

Autor: Christian W. Mucha

Bildcredit: privat