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PKP BBDO-Chef Alfred Koblinger

Erst verschaffte er Direktmarketing einen neuen Stellenwert, um dann BBDO und DDB zu sanieren. PKP BBDO-Chef Alfred Koblinger über gute und schlechte Agenturen, den Kampf um faire Bezahlung und seine Nachfolge.       

 

ED: Sie haben vor 25 Jahren PKP gegründet, sind mittlerweile Chef einer Netzwerkagentur mit zwei starken Marken. Was sind denn die großen Veränderungen zu damals?

Alfred Koblinger: Der Weg in die Selbstständigkeit hatte einen konkreten Anlass. Bei seinem Antrittsbesuch weigerte sich Martin Sorrell, mir die zugesagten Anteile als Geschäftsführer von Ogilvy Direct zu geben. Darauf habe ich gesagt, dann gibt’s mich auch nicht mehr. Habe gekündigt und mich mit Max Palla und drei Mitarbeitern, darunter auch Roman Sindelar – heute noch Partner – selbstständig gemacht.

Wir hatten aber eine sehr klare Vision für unser Unternehmen. Erstens: Die unsinnige „Line“ zwischen Above und Below the Line aufzulösen und integrierte Kommunikation anzubieten. Zweitens: Wir werden zu Beginn nicht mit außergewöhnlicher Kreativität punkten können, also müssen wir das mit außergewöhnlichem Service wettmachen. Und drittens wollten wir uns mehr mit den Kaufmotiven der Konsumenten beschäftigen, die Consumer-Psychologie stärker ins Spiel bringen. Nach drei Jahren waren wir bereits 25 Mitarbeiter. Anfangs überwog noch das Direktmarketing, aber sehr schnell kamen im Full Service Toyota oder
Easybank hinzu. Kunden, die wir heute noch betreuen. 1996 gründeten wir bereits die erste Digitalagentur. Getrieben von unserem Anspruch, immer zu antizipieren, was der Markt brauchen wird.

Sehr schnell sahen wir aber, dass uns internationales Know-how fehlte, am österreichischen Markt war einfach nichts mehr zu lernen. Als BBDO worldwide auf uns zugekommen ist, sagten wir daher OK, aber mit Vorbehalt. Wir wollten uns nichts dreinreden lassen. Zähneknirschend, aber doch, akzeptierten sie eine nur 25-prozentige Beteiligung. Der Zugang zu internationalem Know-how, das wir dadurch in Sachen Branding, Psychologie oder Tools bekommen haben, war unschätzbar. Mit unserer erfolgreichen DM-Heritage hatten wir ein Paket, das sonst niemand hatte. Auf dem haben wir aufgebaut und sind mittlerweile auf 80 Mitarbeiter gewachsen.

ED: Was hat sich geändert?

Koblinger: Vieles, aber eigentlich nichts. Die Kanäle sind mehr geworden, die Geschwindigkeit hat sich erhöht, die Konsumenten und Medien haben sich verändert. Was aber gleichgeblieben ist: die intensive Auseinandersetzung mit den Motiven der Kunden. Und mit den Motiven der Mitarbeiter. Eine gute Truppe, die schon sehr lang dabei ist. Manche kommen auch wieder zurück, wenn sie sehen, wie es woanders zugeht. Wir leben eine Kultur, die von ein paar grundlegenden Werten – insbesondere von wechselseitigem Respekt – getragen ist. Entscheidend ist die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung, um die Dinge voranzutreiben. Alle Mitarbeiter arbeiten sehr selbstständig in einem definierten Korridor. Auch im Führungsteam verstehen wir uns als Mit-Arbeiter. Diesen Teamspirit merken auch die Kunden. Wie stark dieser Spirit war, zeigte sich daran, wie schnell er nach der Integration der BBDO von den übernommenen Mitarbeitern gelebt wurde.

 

Das vollständige Interview lesen Sie in der aktuellen ED-Print-Ausgabe!

 

Autor: Ulrich Bentz

Bildcredit: PKP BBDO