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Dan Harris, einer der bekanntesten Anchormänner der USA, erlitt in der landesweit ausgestrahlten Nachrichtensendung „Good Morning America“ eine Panikattacke. Dieser peinliche und erniedrigende Moment seiner Karriere bewog ihn dazu, mit sich selbst ins Reine zu kommen und sich der Meditation zuzuwenden. Ein Buch und eine App zum Thema folgten und machten eines der bekanntesten Gesichter im US-Fernsehen bald auch zu einem Guru der Nation. Mit seiner App „10%Happier“ taucht er in die spirituelle Welt der Meditation ein und versorgt die User mit täglichen Videos zum Thema Meditation inklusive frei verfügbarem Zugang zum siebenteiligen Meditations-Einführungskurs. Dabei geholfen wird dem erleuchteten Fernsehmoderator von den bekanntesten Meditationslehrern weltweit. 

Mittlerweile ist seine App die dritt-
erfolgreichste App im Self-Care-Bereich weltweit. Auf der Suche nach seiner inneren Stimme ist er jedoch bei weitem nicht alleine, sondern ein Teil einer viel größeren Bewegung, die auch vor der App-Welt nicht Halt macht. Im ersten Quartal dieses Jahres haben die zehn erfolgreichsten Self-Care-Apps in den USA einen Umsatz von 15 Millionen US-Dollar sowie einen weltweiten Umsatz von 27 Millionen US-Dollar erwirtschaftet, wie eine aktuelle Studie von Sensor Town zeigt. In diesem Zeitraum erwirtschafteten die Top-Ten-Wellness-Apps 170 Prozent mehr Umsatz weltweit als die Top-Ten im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Für dieses Jahr werden für den Apple-Store rund 3.500 neue Apps zum Thema mentale Gesundheit, Stressreduktion und Selbstachtsamkeit erwartet. Damit hat sich diese Zahl seit 2014 verdoppelt. Apple hat dementsprechend „Self Care“ (Selbstfürsorge) zu einem der vier großen Trends des Jahres 2017 bestimmt. „Niemals zuvor haben wir so einen großen Anstieg bei Apps zum Thema mentale Gesundheit, Stressreduktion und Achtsamkeit gesehen“, hieß es dazu vom Internetgiganten
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Lifestyle der Generation Y als Antreiber

Warum nun die Self-Care-Apps der letzte Schrei sind, ist ein wenig komplizierter: Basis des Erfolgs ist die neue Lebenseinstellung der Generation Y (geboren zwischen 1981 und 1995) die, laut den Studienautoren, für den Boom am Wellness-App-Markt – Apps für mentale Gesundheit sowie Meditation, Glück usw. – sorgt. Die meist gut ausgebildeten und oft mit Hochschulabschluss ausgezeichneten Millennials streben keine Karriere in tiefen Hierarchien an, sondern fordern statt Prestige und Status Freude an der Arbeit sowie eine gute Balance zwischen Arbeit und Privatleben (Work-Life-Balance), wie eine Shell-Jugendstudie zeigt. 

Dieses Streben nach mehr Freizeit statt mehr Geld geht auch einher mit einem tieferen Wunsch, für sein eigenes Wohl zu sorgen. Weiters weiß man, dass Millennials heute eher später heiraten und daher auch erst später Eigenheime erwerben. Den Experten zufolge führt dies dazu, dass diese mehr Zeit haben, um selbstbestimmt zu bleiben, da sie nicht mehr die gleichen ablenkenden Aufgaben wie ihre Eltern hätten. 

Die neue Egozentrik, die dazu führt, dass sich die jungen Erwachsenen mehr mit sich selbst beschäftigen, ist also das Fundament für die außergewöhnlichen Steigerungsraten des Segments der Wellness-Apps. Andere Treiber seien laut den Experten die starke Internetnutzung, denn durch die breiten Informationsressourcen steige das Bewusstsein für die eigene Mentalpflege im Allgemeinen. Schlussendlich hat das starke Interesse der jungen Generation für dieses Thema auch dazu geführt, dass die Stigmatisierung mentaler Krankheiten nicht mehr in diesem Ausmaß gegeben ist, womit auch diese Apps eine immer höhere Akzeptanz in der Gesellschaft gewinnen können. 

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Bildcredit: pixabay