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Das Corona-Jahr in Zahlen

Fachkräfteatlas 2020: Medizinische Berufe boomen, Technik- und Kreativ-Branche 2020 ausgebremst – das zeigt die aktuelle Studie von StepStone Österreich.
© pixabay.com

Die Nachfrage nach Fachkräften in Österreich ist im Vorjahr um 21 Prozent und damit deutlich gesunken – so das Ergebnis des „StepStone Fachkräfteatlas 2020“. Für die Studie wurden 22 Printmedien und 21 Jobbörsen in ganz Österreich ausgewertet. Das Ergebnis: 2020 wurden in Österreich 345.122 Jobs ausgeschrieben und damit rund 93.500 Stellen weniger als im Jahr zuvor. Dennoch ist bei einigen Berufsfeldern ein Aufwind erkennbar und auch der Vergleich von erstem und viertem Quartal zeigt, dass die Nachfrage wieder steigt. Erhoben hat die Daten die Marktforschungsagentur index.

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© Stepstone

Corona als Trendverstärker

Wie die Studie des Online-Jobportals StepStone Österreich zeigt, hat Corona die großen Trends am Arbeitsmarkt weiter verstärkt. Die sich bereits abgezeichnete sinkende Nachfrage nach technischen Fachkräften setzte sich 2020 weiter fort, während der Bedarf an Pflegefachkräften weiter steigt. Pflege- und Arzthelferberufe sind in diesem Jahr die einzige Berufsgruppe, deren Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist (plus 19 Prozent).

Mitarbeiter im Einzelhandel wurden auch 2020 gesucht. Die Berufsgruppe ist um „nur“ elf Prozent gesunken. Ebenfalls recht glimpflich davon gekommen sind Bewerber im Bereich der Naturwissenschaften, obwohl auch hier die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr im zehn Prozent gesunken ist.

Überdurchschnittlich gesunken ist die Nachfrage bei Marketing, PR und Werbung (minus 34 Prozent), im Bereich der Technischen Ausbildungsberufe und im Vertrieb (jeweils minus 29 Prozent) sowie nach Ingenieuren (minus 28 Prozent).

„Im letzten Jahr wurde so viel in Forschung investiert wie noch nie zuvor, dazu kommt die verstärkte Nachfrage nach medizinischem Personal, das schon vor Corona dringend gesucht wurde, ebenso wie der weiterhin hohe Bedarf an systemrelevanten Mitarbeitern, die während zahlreicher Lockdowns den Betrieb aufrechterhalten haben. Das hat in manchen Bereichen die negative Tendenz abgemildert und teilweise sogar einen Aufwärtstrend eingeleitet“ kommentiert Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer von StepStone Österreich, die Entwicklung.

PDF 20210126 OTS0145 1 1 2. Dezember 2021
© Stepstone

Die Top Berufsgruppen 2020

  1. Pfleger/Arzthelferberufe: 8.224 Stellen (1.300 Jobs mehr als 2019)
  2. Ärzte: 2.572 Stellen (Mit minus 129 Stellen geringster Rückgang zu 2019)

Bundesländer mit unterschiedlichen Entwicklungen

Am besten durch die Krise gekommen sind Kärnten (minus 8 Prozent) und das Burgenland (minus 9 Prozent) während es in Salzburg (minus 28 Prozent) und Wien (minus 27 Prozent) zu deutlichen Einbrüchen am Jobmarkt gekommen ist. Dennoch wurden in Wien, Oberösterreich und Niederösterreich vergleichsweise die meisten Jobs ausgeschrieben.

Die besten Jobchancen hatten Angestellte in Arzthelfer- und Pflegeberufen in Wien (2.129 Jobs) und Niederösterreich (2.021 Jobs), gefolgt von der Steiermark und Oberösterreich. Umgekehrt hatten Fachkräfte im Einzelhandel in Nieder- und Oberösterreich die größte Jobauswahl (7.570 bzw. 6.261 Jobs) gefolgt von Wien, der Steiermark und Tirol. Wenig überraschend gab es auch in Wien mit 6.466 Jobausschreibungen die besten Berufschancen für Naturwissenschaftler.

PDF 20210126 OTS0145 2 2. Dezember 2021
© Stepstone

Tendenz steigend: positive Entwicklungen im vierten Quartal

Betrachtet man die Entwicklung der Jobausschreibungen im gesamten letzten Jahr, lässt sich nach einem Einbruch im Frühling eine deutliche Erholung im Sommer und Herbst feststellen.

Zuletzt stagnierte die Entwicklung auf diesem Niveau, dennoch zeigt die Kurve wieder deutlich nach oben: Im Vergleich zu 2019 waren in Pflege- und Arzthelferberufen, in naturwissenschaftlichen Berufen und im Personalbereich im letzten Quartal 2020 sogar mehr Jobs ausgeschrieben als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Auch im Burgenland und in Kärnten gab es Ende 2020 mehr offene Stellen als noch im Jahr zuvor.

„Das lässt auf eine starke Entwicklung 2021 hoffen und zeigt, dass die vielen Negativschlagzeilen eine Momentaufnahme sind, die nicht auf das Gesamtbild rückschließen lässt“, so Dürhammer. Arbeitgeber, die nach der Krise wieder voll durchstarten wollen, sollten sich daher rechtzeitig um entsprechende Fachkräfte kümmern, so Dürhammer, denn: „Wenn der Aufschwung da ist, kann es ganz schnell gehen. Da sind die besten Leute innerhalb weniger Tage weg vom Markt.“

27. 1. 2021 / gab / ots
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