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COVID-19-Infektionsrisiko: Kostenfreies Online-Tool

Raumgröße, Belüftung, Anzahl der Personen, Anzahl der Redner – User können durch Eingabe von Parametern das Corona-Infektionsrisiko selbst berechnen.
© pixabay.com

Wie hoch ist das COVID-19-Infektionsrisiko in Schulklassen mit Lüftungsanlage im Vergleich zu einer Klasse, in der einmal pro Stunde das Fenster geöffnet wird? Wie verändert sich das Risiko am Arbeitsplatz, wenn statt einer Person mehrere sprechen, oder nicht nur sitzen, sondern sich körperlich betätigen? Mit dem neuen kostenfreien Online-Tool SIM-VIR, das Innenraumluft-Analytiker DI Peter Tappler und Umweltmediziner Prof. Hans-Peter Hutter mit Unterstützung des Klimaschutzministeriums entwickelt haben, können User anhand von einstellbaren Parametern das relative Infektionsrisiko in Innenräumen einfach selbst ermitteln. Berechnet wird dabei immer ein relativer Wert im Vergleich zu einer Ausgangssituation mit „mittlerem“ Risiko. Das kostenfreie Online-Tool ist unter www.corona-rechner.at und auf der Seite des Klimaschutzministeriums verfügbar.

Bild 2 Hans Peter Hutter c pic dujmic 29. November 2021
Hans-Peter Hutter, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie © pic dujmic

Die Ausgangssituation (R=1) ist eine Oberstufen-Schulklasse mit einer Belüftungsanlage im Raum, einer Lehrkraft, die spricht und 24 Schüler*innen, die nur zuhören. Mit dem Tool SIM-VIR lässt sich einfach berechnen, wie sich dieser Wert verändert, wenn die Personen etwa nicht nur zuhören, sondern reden, wenn der Raum größer oder kleiner ist oder sich Menschen darin körperlich anstrengen. Liegt der ermittelte Wert unter 1 ist das Risiko gering oder akzeptabel, zwischen 1 und 2 ist das Risiko erhöht und über 2 stark erhöht. So ist etwa das Risiko in einer schlecht gelüfteten Klasse etwa 4 mal höher als die Referenzsituation, in einem Fitnesscenter ist das Ansteckungsrisiko – trotz Masken und Lüftungsanlage –  auch bei stark reduzierter Belegung etwa 5 mal höher.

Bild 1 Peter Tappler c IBO Innenraumanalytik OG 29. November 2021
Peter Tappler, Gerichtssachverständiger für Schadstoffe in Innenräumen © IBO Innenraumanalytik OG

„Seit rund zwei Jahrzehnten forschen wir zu der gesundheitlichen Bedeutung von guter Belüftung,“ sagen Tappler und Hutter. „Ein wissenschaftlich nachvollziehbar berechnetes Referenz-Modell hat wesentlich mehr Aussagekraft als die Berechnung eines ,absoluten Risikos‘, welches aufgrund der infektiologischen Datenlage mit vielen Unsicherheiten verbunden ist. Mit den Berechnungen unseres Online-Tools können Schulverantwortliche, Gebäudebetreiber oder Arbeitgeber mit Hausverstand die richtigen Entscheidungen treffen.“ Die Berechnungs-Grundlagen von SIM-VIR wurden unter anderem auf Basis der Arbeiten des Institutes for Energy Efficient Buildings and Indoor Climate (EBC), der Universität RWTH Aachen entwickelt.

Grafik 1 Corona Risiko in einer schlecht gelüfteten Schulklasse 29. November 2021
Corona-Risiko in einer schlecht gelüfteten Schulklasse 4 mal höher, Quelle: Berechnung Tappler/Hutter

Neben den transparent dargelegten Berechnungs-Grundlagen findet sich auf www.corona-rechner.at und auf der Homepage des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) auch das aktuelle „Positionspapier zur Bewertung von Innenräumen in Hinblick auf das Infektionsrisiko durch SARS-CoV-2“ des Arbeitskreises für Innenraumluft, den DI Tappler leitet.

Grafik 2 Corona Riskio in einem Fitnessstudio 29. November 2021
Corona-Risiko in einem Fitnessstudio sogar 5 mal höher, Quelle: Berechnung Tappler/Hutter
17. 2. 2021 / gab
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