Skip to content

Claus-Gatterer-Preis für „ballesterer“-Redakteure

Im Palais Esterhazy in Eisenstadt wurde der Preis für investigativen Journalismus vergeben.
© privat

Die „ballesterer“-Chefredakteure Benjamin Schacherl, Nicole Selma und Jakob Rosenberg

Nach der Kontroverse um den ursprünglichen Preisträger, den Tiroler Blogger Markus Wilhelm, wurde im Rahmen einer Feier der 35. Prof. Claus Gatterer-Preis für investigativen Journalismus an die Redaktion des Fußballmagazins „ballesterer“ verliehen (ExtraDienst berichtete am 30. August darüber). Wilhelm nahm die Auszeichnung nicht an, da er sich nicht als Journalist fühlt, sondern als „politischer Aktivist“. So bekamen den mit 10.000 Euro dotierten Preis die zunächst zweitgereihten Redakteure von „ballesterer“ für den Artikel „Vereinte Nationen – die Integrationsdebatte im Fußball“. Darin werden Biografien von Fußballern erzählt, die als Kinder mit ihren Eltern nach Österreich kamen, um hier ein besseres Leben führen zu können.

Darunter ist beispielsweise die Geschichte von Muhammet Akagündüz aus Bingöl in der Türkei, der mit neun Jahren nach Österreich kam. Eigentlich wollte er Arzt werden, konnte aber nach der Matura und sechs Semester Medizin doch eine Fußballkarriere bei den Clubs Admira und SV Ried starten. Später spielte er sogar im Nationalteam. Nach zwei Kreuzbandrissen musste er seine Karriere als Profifußballer beenden. Akagündüz betreibt jetzt mit seinen drei Brüdern ein Elektrohandelsgeschäft in Wien-Ottakring. In allen diesen Erzählungen geht es den Jugendlichen um die Gemeinschaft, um das gemeinsame Spielen und Kämpfen. Denn das schaffe Integration.

Ehrengäste und Sieger bei der Claus Gatterer-Preisverleihung 2019
Ehrengäste und Sieger bei der Claus Gatterer-Preisverleihung 2019

 

Bei den Reden zur Preisverleihung meinte Fred Turnheim, Präsident des Österreichischen Journalistenclubs (ÖJC), dass wir uns in einer Zeit der Entsolidarisierung befinden. Darum sollen sich Journalisten für den Schutz von Minderheiten und Randgruppen einsetzen. Dabei ist aber, wie es die Moderatorin Ursula Hofmeister, Programmchefin von ORF Burgenland, ausdrückte, eine „distanzierte, objektive Betrachtungsweise“ wichtig.

Mit dem Preis wolle man kritischen Journalismus auszeichnen, der Menschen ins Zentrum rücke, die sonst oft übersehen werden, so Turnheim weiter. Das sei gerade in Zeiten wie diesen besonders wichtig, strich Landtagspräsidentin Verena Dunst hervor. „Ich glaube, dass gerade diese Zeit klare Worte braucht. Und dass es gerade in dieser Zeit einen Journalismus, wie Sie ihn vertreten, braucht – mehr denn je“, betonte sie.

Neben der Redaktion des Fußballmagazins „ballesterer“ erhielt die TV-Journalistin Beate Haselmayer für ihre „Am Schauplatz“-Dokumentation „Besser als die Straße“ über Randgruppen der Gesellschaft, die sich keine Wohnung leisten können, einen Anerkennungspreis. Sie porträtiert darin Menschen, die sich am Wohnungsmarkt keine Bleibe leisten können und deshalb in billigen Dauerpensionen unterkommen.

Umrahmt wurde die feierliche Preisverleihung musikalisch passend mit kroatischen und ungarischen Stücken von Ferry Janoska & Schneeberger Trio.

red

Gefällt Ihnen der Beitrag?
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on telegram
Telegram
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email