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China sanktioniert Online-Unterricht

Keine ausländischen Lehrerinnen & Lehrer mehr für einheimische Nachhilfe-Plattformen
© Pixabay

Es wird über die Steuerung politischer Ziele und Werte gemutmaßt

Die kostenpflichtige Nutzung von Nachhilfeprogrammen in Englisch wurde jetzt seitens der chinesischen Regierung verboten. Ebenso wurde die Einstellung ausländischer Lehrerinnen und Lehrer für einheimische Nachhilfe-Plattformen untersagt. Im chinesischen Bildungswesen kann bereits eine negative Prüfung zu einer massiven Beeinflussung des zukünftigen Lebensweges führen. Eltern, die kostenpflichtige Online-Dienste zugunsten der optimalen Ausbildung ihrer Kinder gebucht hatten, trifft dieser Beschluss nun besonders hart.

Politische Motive sind zu vermuten

Peking begründet das harte Vorgehen mit der Angabe, den Stress für überarbeitete Schülerinnen und Schüler verringern und die Bildungskosten senken zu wollen. Nachhilfe solle kostenlos sein, diverse Kurse an Wochenenden und Feiertagen gar nicht stattfinden. Kritiker wittern darin eine Farce. Es gehe der chinesischen Regierung vor allem darum, Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten gegen ausländische Einflüsse abzuschirmen und die sozialistische Ideologie bei jungen Leuten zu festigen.

Cindy Mi, Gründerin der Pekinger Online-Lernplattform VIPKid, sagte im März gegenüber dem chinesischen Staatsfernsehen, dass ihr Unternehmen 800.000 chinesische Studentinnen und Studenten in einem sogenannten „globalen Online-Klassenzimmer“ unterrichtet. Nur wenige Monate später gab VIPKid bekannt, dass wegen der neuen Regeln keine Englischkurse mehr mit Tutoren aus dem Ausland verkauft würden. Der Kern des Geschäftsmodells wurde damit im Keim erstickt. Es ist anzunehmen, dass die Reformen Teil umfassenderer Maßnahmen zur Kontrolle des Lernens sind. Nachdem China 2020 ausländisches Lehrmaterial verboten und angeordnet hatte, dass die politische Ideologie des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in allen Schulen gelehrt wird, liegt die Vermutung für Kritikerinnen und Kritiker auf der Hand. RED./CH

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