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Chefredakteur Rudnikow aus Haft entlassen

Die russische Staatsanwaltschaft forderte zehn Jahre Haft für den „Novie Kolesa“ Gründer.
© Pixabay

Der von einer langen Haftstrafe bedrohte Chefredakteur einer russischen Regionalzeitung aus Kaliningrad, Igor Rudnikow, ist am Montag überraschend freigelassen worden. „Ich habe angenommen, dass die Gerechtigkeit siegen würde in zwei oder sechs Jahren“, sagte Rudnikow in einer ersten Reaktion auf die Entscheidung des Gerichts in St. Petersburg. „Ich habe nicht angenommen, dass das heute passiert.“

Rudnikow wurde im November 2017 unter dem Vorwurf festgenommen, er habe von dem Kaliningrader Leiter eines Ermittlungskomitees, Viktor Ledenjow, umgerechnet rund 43.000 Euro erpressen wollen. Die Staatsanwaltschaft beantragte für den Gründer und Chefredakteur der Zeitung „Novie Kolesa“ zehn Jahre Haft.

Das Gericht in St. Petersburg verurteilt den 53-Jährigen nun wegen „Machtmissbrauchs“ zu 550 Stunden Sozialarbeit. Diese Strafe wurde jedoch wegen der bereits in der Haft verbrachten Zeit als abgegolten gewertet.

Die Zeitung „Novie Kolesa“ („Neue Räder“) machte sich durch ihre Enthüllungsgeschichten über Korruption einen Namen. Rudnikow soll angeblich Ledenjow angeboten haben, negative Informationen über ihn gegen eine Geldzahlung nicht zu verbreiten. Rudnikow bestritt dies.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen begrüßte die Entscheidung des Gerichts vom Montag als einen „Sieg“. Es sei „einmal mehr gelungen“, einen Journalisten aus der Haft in Russland freizubekommen.

In der vergangenen Woche war der russische Investigativ-Journalist Iwan Golunow freigekommen, dem die russische Polizei zuvor Drogenhandel zur Last gelegt hatte. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen sind derzeit noch sechs Journalisten unter falschen Vorwürfen in Russland in Haft.

 

APA/red

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